Ballerinen kleiden
Agnès Letestus Berufswahl fiel, als sie als kleines Mädchen Margot Fonteyn und Rudolf Nureyev in «Schwanensee» sah. Im Fernsehen. Sie wollte «auch so ein Tutu». Dann ging es schnell mit der Karriere: Nureyev selbst holte sie aus dem Corps de ballet, um Gamzatti in seiner «Bayadère» zu tanzen. Seit 1997 ist sie am Pariser Opernballett Danseuse Étoile. Ein Fulltime-Job, dem sie aus purer Leidenschaft noch einen weiteren hinzufügt: Kostüm-Design. Mit 16 dekorierte sie ihre Galatutus.
Das Talent der Autodidaktin fiel der Ballett-leitung auf, Anfragen kamen für «Mi favorita» (2002), «Délibes Suites» (2003), «Scaramouche» (2005). Zuletzt entwarf sie über 300 Kostüme für José Martinez’ «Les enfants du paradis». Phasenweise schläft sie wenig. Aber ans Aussteigen aus dem einen oder anderen Geschäft denkt sie nicht.
Einmal kamen bei einer Produktion nacheinander alle ihre Ballettkolleginnen auf sie zu. «Um sich zu bedanken, dass ich mir gerade für sie das schönste Kostüm ausgedacht hatte. Das ist das größte Kompliment überhaupt!»
«Madonna wears Yumiko», titelt die Website von Yumiko Takeshima. Für ihre «Sticky & Sweet»-Tournee bestellte die Queen Mum des Pop zwölf Outfits, die sie im New ...
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Was schon die kleine Meerjungfrau nervte, kann bei Tänzern nur zur Behinderung werden: Vier liegen am Boden, die Beine zusammengepresst wie Fischschwänze. Da ist nichts mehr mit leichtfüßigen Sprüngen, nur noch krakendes Gewinde. Einen wollen die Füße nicht tragen, die Wirbelsäule richtet ihn nicht auf, sein Leib gerät aus den Fugen. Später wird eine Tänzerin mit...
Zum Greifen nah, dem Zugriff entzogen: Bevor das Tanzstück beginnt, krümmen sich Karen Ilaender, Ha Young Lee, Cecilia de Madrazo Abad, Tommaso Balbo, Sungjae Jun und Andrea Mirabile über den Zuschauern – an Haken aufgehängt. Das Bild von Nanine Linning, langjährige Haus-Choreografin des Scapino Ballet, erinnert stark an die Bilder von Francis Bacon. Ihre Arbeit,...
Man braucht die richtigen Werkzeuge, sagt Anouk van Dijk, wenn man die Kunstform weiterentwickeln will. Folgerichtig hat die Choreografin über fünfzehn Jahre ihre «Countertechnique» ausgefeilt. Nicht, wie oft, bloß individuelles Vokabular, dessen Vermittlung eigentlich dazu dient, eine spezifische Ästhetik zu verbreiten. Van Dijks Technik ist Grammatik – vor allem...
