martin schläpfer
Natürlich ist das nicht sonderlich originell. Weil der Choreograf und Chef des Balletts am Rhein gegenwärtig mit jedem Preis am Wegesrand ausgezeichnet wird. Macht aber nichts. Denn abgesehen von der allerhöchsten kreativen Qualität, Eleganz, Schönheit und Intelligenz, die seine beiden jüngsten Choreografien von Mahlers 7. Sinfonie und Adriana Hölszkys «Deep Field» in dieser Saison auszeichneten – man schaut stets interessiert hin, wie Schläpfer seinen sehr eindeutigen Weg geht, variiert und verfeinert.
Während in Stuttgart, München, Hamburg, Dresden die Tanzkunst auf hohem Niveau stagniert, während es in Berlin mit dem Staatsballett vermutlich rapide abwärtsgehen wird, zumindest für die nächste Spielzeit überhaupt kein künstlerischer Schub zu erwarten ist. Gerade deshalb ist es beglückend zu sehen, wie Schläpfer sein Publikum ohne jeden pädagogischen Zeigefinger erzieht, durch ein ausgewähltes Repertoire der klassischen Moderne – und wie gut, ja immer besser seine Truppe das zu tanzen versteht.
Die für Herbst angekündigte Uraufführung Hans van Manens, die erste seit zwanzig Jahren für eine deutsche Kompanie, ist dabei Vertrauensbeweis wie Ritterschlag zugleich. Zudem wiederholt ...
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Tanz Jahrbuch 2014
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 167
von Manuel Brug
Vladimir Varnava gehört fraglos zu jenen vielversprechenden neuen Choreografen Russlands, die vor dem Hintergrund einer klassisch-folkloristischen Ballett-Ausbildung ein ausgeprägtes Interesse an der Entwicklung eines zeitgenössischen, selbstreflexiven Stils erkennen lassen. Gewicht, Atem, Aussagekern der Bewegung, innerer Rhythmus, Geist und Seele seiner Tänzer –...
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