edward clug
Neben den Werken stil- und modebildender Kollegen wie Wayne McGregor oder Marco Goecke wirken seine minimalistischen Ballette fast ein bisschen verschwindend, manchmal geradezu lakonisch. Aber nicht nur das Stuttgarter Ballett, das bereits drei Stücke bei ihm in Auftrag gegeben hat, setzt auf den Rumänen Edward Clug, der seit elf Jahren das Ballett im slowenischen Maribor leitet. Inzwischen sind auch andere große Kompanien auf ihn aufmerksam geworden.
Ohne sich mit großen Gesten oder Emotionen in die Musik hineinzuwerfen, ist sein Stil doch stets musikalisch, auch wenn er auf den ersten Blick fragmentiert und kleinteilig aussieht. Das Choreografieren geht Clug leicht von der Hand: Geschmeidig variiert er einmal erfundene Bewegungsmotive, reiht und vervielfacht sie, fand bisher aber nur selten zu langen Phrasen oder Bögen, weil er zu gern die nüchterne Realität in die elegante Linie einbrechen lässt. Wo sich Emphase abzeichnet, platziert Clug sofort trockene Pointen, einen schräg abgewinkelten Arm oder ein wegknickendes Bein. Seine Ballette setzen sich aus vielen kleinen Bewegungen zusammen wie ein Puzzle, dessen Rätsel am Schluss nicht gelöst wird. Bei seinem jüngsten Werk nun, dem ...
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Tanz Jahrbuch 2014
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 154
von Angela Reinhardt
Der Choreograf Jerome Robbins war ein wohlhabender Mann und dazu noch ausnehmend generös. Schon 1958 rief er eine Stiftung ins Leben, die allerlei Leute mit Stipendien versah, aus denen Berühmtheiten wurden: etwa Paul Taylor und Twyla Tharp. Zugleich wusste Robbins, den alle Welt nur «Jerry» nannte, seinem Werk wie sich selbst ein Denkmal zu errichten: durch eine...
Bis heute lebt das Stuttgarter Ballett von John Crankos wenigen Werken. Wohl entsteht hier ständig Neues, aber die berühmten Handlungsballette – von «Romeo und Julia» (1962) über «Onegin» (1965) bis «Der Widerspenstigen Zähmung» (1969) – sind seit dem Tod des Choreografen im Jahr 1973 der finanziell stets einträgliche Grundstock der Kompanie und auch der Grund,...
Jiří Kylián, Sie haben für drei Jahre die Aufführungsrechte für Ihre Werke zurückgezogen, soweit sie das Nederlands Dans Theater betreffen. Was bezwecken Sie mit dem Moratorium, das ja letztlich auch etwas von einer Zwangsmaßnahme hat?
Es ist ein vielschichtiger Entschluss. Zunächst einmal: Das Nederlands Dans Theater wurde nicht zuletzt deshalb ins Leben gerufen,...
