Márcia Haydée: "Het Zwanemeer"
Márcia Haydée
«Het Zwanenmeer»
Am Schluss formieren sich beim Koninklijk Ballet van Vlaanderen die gefiederten Tänzerinnen um Rothbart zu einem undurchdringlichen Ring. Sein Bann aber ist nicht gebrochen. Schwäne sind es, die den Magier schnäbelnd niedermachen. Tippelnd triumphieren sie in tierischer Gestalt. Die ersehnte Erlösung, die Rückverwandlung in menschliche Gestalt, bleibt ausgespart.
Insofern bringt der «Schwanensee» von Márcia Haydée in der Stadsschouwburg von Antwerpen nichts Neues.
Auch Haydées «Rosen-Wunder» à la «Sleeping Beauty» – nach Stuttgarter Vorbild, mit anderer Ausstattung – lässt sich nicht wiederholen. Dafür braucht es eine Investition, die in Antwerpen undenkbar ist. Dennoch: Die Aufführung kann sich sehen lassen. Gedankenlosigkeit wird Haydée niemand zum Vorwurf machen. Die ehemalige Direktorin des Stuttgarter Balletts hat versucht, die klassische Tradition des Meisterwerks zu achten – und gleichzeitig sich bemüht, sie im gegebenen Rahmen zeitgenössischer erscheinen zu lassen.
Das kommt vor allem Rothbart zugute. Das verkörperte Böse steht zwar nicht so im Vordergrund wie noch in ihrem Stuttgarter «Dornröschen», aber bereits im Prolog zieht der Zauberer an ...
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