Turning scientific
Martin Puttke, wir sitzen hier in der Intendanz des Staatsballetts Berlin, wo Sie kürzlich einen Workshop gegeben haben. Was haben Sie den Tänzern beigebracht? Mich beschäftigt schon lange die Frage, wie wir die Klassiker lebendig bekommen. Wir sehen ja, dass Tänzer Schwierigkeiten haben, uns den Siegfried oder die Giselle als heutige Figuren glaubhaft zu machen.
Meiner Ansicht nach liegt das vor allem daran, wie Tänzer geschult und trainiert werden: Das klassische Ballett stülpt sein ästhetisches Modell über die Tänzer, ohne ihre Persönlichkeiten und körperlichen Voraussetzungen ausreichend zu berücksichtigen. Da wird sozusagen eine ästhetische DIN-Norm, eine Schablone von außen aufgedrückt. Und dagegen setze ich meine idiokinetische Methode und das, was ich «native motion system», kurz «Namos» nenne. Das habe ich zuletzt hier beim Staatsballett unterrichtet.
Was ist der Ausgangspunkt Ihrer Methodik? Es gab zwei auslösende Momente. Der eine liegt Jahrzehnte zurück, damals kam ich in Moskau nach einer Probe mit Maya Plisetskaya ins Gespräch, und wir waren uns schnell einig, dass man sehen kann, ob ein Tänzer intelligent tanzt oder nicht. Also – der denkende Tänzer, das hat mich ...
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Ich stand auf dem Postschiff zum Nordkap und sah das Nordlicht. Um mich herum lauter Touristen, die meisten aus Deutschland. Alle starrten in den dunklen Himmel mit dem tanzenden, sich so frei bewegenden Nordlicht vor der nördlichen Küste Norwegens, der Finnmark. Langsam verschoben sich die flackernden Lichtflächen und verschwanden. Wir bewunderten, was in den...
Warum sollte sich ein Tänzer für Stimmphysiologie interessieren? Als unsere Vorfahren im Zeitalter der Brachiatoren, der Armhabenden, an Land kamen, bildete sich ein Ventil im Atemtrakt, das die Luft am Ein- oder Ausströmen hindert und hilft, einen Kräftepulk zu entwickeln für das, was man äußerlich tut, etwa das Abstoßen oder das...
Auf ihn wartet man, man macht ihm die Aufwartung: einem Rentner. Er kümmerte sich bis 2005 um die Tänzer bei der Zentralen Bühnen-, Fernseh- und Filmvermittlung. Zuvor gab er den zweiten Vorsitzenden im Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik, 1977-94. Der Schlachtruf, kein Tänzer muss aufhören zu tanzen, wenn er nichts Besseres zu tun hat, kommt auch bei ihm...
