Maradona mia
Nach der Befreiung der Frau ging die Klagefrage los, warum die Frau überhaupt unterdrückt worden war. Der Verdacht fiel auf den Unterschied von Mann und Frau. Also wurden alle etwas gleicher, und vor lauter Gleichheit war die Freiheit futsch. Weg mit der freien Liebe, dem freien Theater, weg mit der freien Ökonomie.
Constanza Macras und Lisi Estaras wurden in Argentinien groß, wo Ökonomie, Liebe und Theater kaum anderswo noch auffindbar sind als in Schattenwirtschaft, Tangofluchten und in der Psychiatrie, auf Station 18, wo sie sexualfantastische Texte von de Sadeschem Ausmaß fanden, die Macras vor dem Vorhang im Hebbel am Ufer aufsagt: Jeder Austausch von Flüssigkeiten, Wirtschaft, Theater sind ein Wahn und ein Traum: von Freiheit.
Bei Macras nehmen sich die Körper, was sie wollen. Dieses Wollenmüssen durchzieht ihr ganzes Werk von «Wild Switzerland» über «Back To The Present» bis zu «No Wonder». Für sie gibt es nur Vehemenz, Überschuss, Orgiastik, Verausgabung und diesen sonderbaren Traum von Paradies. Ein Garten ist zu sehen, ein bühnenhoher Turm, efeuumrankt, mit dichtem Blattwerk auf Video, mit Schmetterlingen im Himmel, die tot zur Erde fallen. Der russische Ballerino ...
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