Von Bällen und Dellen

Tanz - Logo

Was das denn mit Fußball zu tun hat, fragt sich André Heller als Kurator eines Kunst- und Kulturprogramms zur Fußballweltmeisterschaft 2006. Über vierhundert Projektanträge wurden eingereicht, einen erkennbaren Bezug zum großen deutschen Thema hatten nicht alle. Was nicht weiter schlimm ist, auch der Ball von Günter Grass hat eine Delle, und so viel der in seinem Gedicht auf den Plakatwänden für die WM auch drückt: er will sich nicht runden.
Heller, der Wundermacher aus Wien, zögert aber nicht, einem Mann wie Alain Platel eine Brücke zu bauen.

Als Koproduktion von Les Ballets C. de la B. und Institutionen wie der Pariser Opéra und der Berliner Lindenoper stellt er am 16. Februar in Paris ein Stück mit dem Arbeitstitel «Vespero» vor. Ob nun ausgerechnet Musik von Monteverdi den Fußball thematisiert, muss man sehen. «Platel hat gewissermaßen eine Carte Blanche», sagt Claudia Assmann, die als Projektleiterin beratend einige Produktionen aus dem Tanz-, Theater- und Performance-Sektor ins Rollen brachte. Sie war es auch, die den Anstoß zum «Football/Footfall Project» gegeben hat. William Forsythe nahm den Ball auf: Schon immer wollte er sein choreografisches Repertoire um eine ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2005
Rubrik: Magazin, Seite 15
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Stichprobe: eine Coreografia del Cordel

So viel Abschied war noch nie. Eigentlich ist die «Coreografia del Cordel» mit dem Beifall des Publikums längst zu Ende, doch ein Paar kann nicht voneinander lassen. Ein weiteres Mal fallen sich Sonia Pedroso und Lair Assis in die Arme. Da ein Ciao. Dort ein «Coco». Im Vorbeigehen ein Küsschen. Ein letztes Lebewohl. Immer wieder neue Varianten des Verlangens...

Koitale Kutschenfahrt

Spät kommt sie, doch sie kommt: die Girlreihe, ohne die im Friedrichstadtpalast gar nichts geht. Bis zum Ritterschlag muss darauf Casanova warten und mit ihm ein Publikum, das von der neuen Revue Rasanz erwartet und einen Rhythmus, der dem Ballett in die Beine geht. Schließlich verspricht der Anfang ein etwas beschleunigtes Tempo, und der ICE einer nicht durchweg...

Goecke bleibt in Stuttgart

Das muss man Ballettintendant Reid Anderson lassen: Er scheut nicht das Risiko und stellt schon jetzt die Weichen für die Zukunft. Sein Coup: die Ernennung von Marco Goecke zum Haus-Choreografen des Stuttgarter Balletts. Während andere Kompanien nach wie vor auf die Mithilfe von Gästen angewiesen sind, hat das Stuttgarter Ballett damit ab sofort gleich zwei...