Mannheim: Simon Mayer: «Monkeymind»

Tanz - Logo

Die Bühne ist mit Schachteln, Boxen und einem Kartonhaus vollgeräumt, alle in Maßarbeit hergestellt und ausgeklügelt arrangiert. Eins dieser Pappgebilde, menschenhoch und turmschlank, bewegt sich. Aus einer Klappe in Kopfhöhe fährt ein Megafon, das Atem- und Störgeräusche spuckt. Der Turm wankt, hüpft, hoppelt davon, eine Hand fährt heraus, greift zu einem Lichtschalter an der Wand. Es wird heller, der Turm aber gerät in Schieflage und fällt um.

Verärgert krabbelt ein junger Mann aus der Ruine. Weg ist sein Körperbunker.

Er versucht sich zu orientieren, flüchtet in eine andere Kiste, in der es ihn aber nicht hält. Durch eine Tür entweicht der Mann nach draußen, klopft, will zurück. Jemand aus dem Publikum muss ihm öffnen. Dann steht er wieder in seiner Schachtelwelt.
Diese Figur in «Monkeymind» ähnelt ihrem Erfinder, dem 29-jährigen Österreicher Simon Mayer. Der Choreograf und Tänzer lernte an der Ballettschule der Wiener Staatsoper und bei P.A.R.T.S. in Brüssel, war dann Mitglied des Wiener Staatsopernballetts und – wie zuvor übrigens sein Kollege Christian Rovny – Musiker bei einer Heavy-Metal-Band.

Mayer hat unter anderen bei Anne Teresa De Keersmaeker und Wim Vandekeybus getanzt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 52
von Helmut Ploebst

Weitere Beiträge
julia und romeo

So sieht der Nachtmahr eines Theaterdirektors aus: Hunderte von Schülern zwischen 6 und 16 Jahren im Zuschauerraum, dazwischen ein paar Lehrer, Erzieher, Väter und Mütter – und dann streikt, unmittelbar nach Vorstellungsbeginn, die Technik. Was wird passieren, nachdem der Inspizient um fünf Minuten Pause gebeten hat, damit der Tanzteppich wieder geflickt und...

streit of spring

Zumindest was den choreografischen Teil betrifft, war es eine runde Sache: Paris feierte den hundertsten Geburtstag von «Le sacre du printemps», und für Tamara, die heute 93-jährige Tochter des Uraufführungschoreografen Vaslav Nijinsky, wurde dieser 29. Mai 2013 ein besonderes Fest. Die Dame, die in den USA lebt, wohnte zum ersten Mal überhaupt einer...

leipzig: Christoph Winkler: «RechtsRadikal»

Der Background ist beängstigend. Noch bevor das eigentliche Stück beginnt, spielt Christoph Winkler einen Soundtrack des Schreckens, der einen schon das Fürchten lehren kann, eine dumpfe Geräuschpalette, die auf eine Demonstration hindeutet, ein ohrenbetäubendes Trillerpfeifenkonzert, vereinzelte Sieg-Heil-Rufe, die das hörbare Ereignis ganz offensichtlich der...