julia und romeo
So sieht der Nachtmahr eines Theaterdirektors aus: Hunderte von Schülern zwischen 6 und 16 Jahren im Zuschauerraum, dazwischen ein paar Lehrer, Erzieher, Väter und Mütter – und dann streikt, unmittelbar nach Vorstellungsbeginn, die Technik.
Was wird passieren, nachdem der Inspizient um fünf Minuten Pause gebeten hat, damit der Tanzteppich wieder geflickt und vernünftig befestigt werden kann? Wird der Saal im Tumult versinken, ja lässt sich so ein Malheur überhaupt einfangen, wo doch an diesem Vormittag die multitaskende Generation ADHS das Parkett der Königlichen Oper zu Stockholm dominiert?
Erst wird es mit jeder Sekunde etwas lauter, Dirigent Alexander Polianichko dreht sich um, legt den Finger auf die Lippen, wirft eine Kusshand ins Rund. Das reicht immerhin für die Viertelstunde, bis der Vorhang sich zum zweiten Mal hebt. Und dann – bleibt es fast zwei Stunden lang still. Vollkommen still. So still, dass noch die zartesten Vibrationen der Bühne sich wie Ätherbänder durch die Reihen schlängeln. So still, dass jedes Räuspern, Rascheln, Flüstern, Kichern den Bann bräche, den Mats Ek über das Publikum legt. Es ist die Intensität seines Erzählens und das Erzählte selbst, das den ...
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Tanz August/September 2013
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann
für tänzer_________
ausschreibungen
«Residenzprogramm 2014/2015» in Hamburg: Zum siebten Mal vergibt K3 – Zentrum für Choreographie, Tanzplan Hamburg im Rahmen seines Förderprogramms für ChoreografInnen, die am Beginn ihrer professionellen Praxis stehen, drei achtmonatige Residenzen (Aug. 2014 bis April 2015).
Deadline: 5. August
k3-hamburg.de
Der Fonds...
Diversität ist eins der Zeichen unserer Zeit. Darum wird der weiße, heterosexuelle Mann als Maßstab von Ding und Welt künstlerisch so gern infrage gestellt, sei es, indem Jérôme Bel in «Disabled Theatre» lieber Menschen mit geistiger Behinderung auf die Bühne bringt, sei es, dass das Künstlerpaar Gintersdorfer/Klaßen die Opfer kolonialer Vergangenheit in den...
Herr Neumeier, auf den ersten Blick könnte man angesichts Ihres Œuvres den Eindruck gewinnen, dass Sie ein Geschichtenerzähler sind, ein Dramaturg, ein Choreograf, den eher ein Plot, eine Figur, ein Mensch inspiriert. Natürlich stimmt das so nicht, wenn man beispielsweise an Ihre lebenslange Beschäftigung mit der Musik Gustav Mahlers denkt. Welche Wichtigkeit hat...
