Luca Signoretti, Georg Reischl «Mozart Mozart»
Der Tanz inspirierte Mozart. Und Mozart inspirierte wiederum die Choreografen Luca Signoretti und Georg Reischl: In zwei tänzerischen Essays visualisieren sie im Theater Regensburg Mozarts Kompositionsstil und seine Rezeptionswirkung. Das Ergebnis ist mitreißend.
Zu Mozarts Streichquintett Nr. 3 in C-Dur verwandelt Signoretti die Tänzer*innen in Musiknoten. In aufsteigenden und fallenden, sich verschraubenden und auflösenden Linien folgen sie den Oktavgängen der Streicher, die wie das gesamte Philharmonische Orchester live aus dem Orchestergraben erklingen.
Mit Partitur-Seiten in jeder Hand oder im Versteckspiel nach Noten entstehen originäre Bewegungsszenarien, die das Heitere der Musik virtuos in tänzerische Crescendi verwandeln. Jedes Detail gewinnt in dieser ausgesprochen witzigen und originellen Choreografie an Bedeutung.
Dem puristischen Stil Signorettis setzt Georg Reischl eine Mixtur aus lässigen Alltagsklamotten und nostalgisch romantischer Bühnenkulisse entgegen. Das Setting passt zu Mozarts «Kleiner Nachtmusik» und seiner Sinfonie Nr. 40. Eben noch irrlichternde Waldgeister, treten die Tänzer*innen als Partyvolk in Erscheinung. Ein euphorisiertes Lebensgefühl schlägt ...
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Tanz 7 2022
Rubrik: Kalender, Seite 42
von Michaela Schabel
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