Triple Bill «Naharin, Clug, Montero»
Naharin, Clug und Montero: Bei dieser Mischung kann nichts schief gehen. Der Israeli bedient die Lust am (politisch) Aufrührerischen, der Rumäne den Intellekt und der Spanier die Seele – all das verpackt in einen, wie gewohnt, inbrünstig getanzten Dreiteiler am Staatstheater Nürnberg. Brandneu ist keines dieser Stücke, aber derzeit nirgends sonst in Deutschland zu sehen. Den Anfang macht Ballettchef Goyo Montero, den das Meer fasziniert und auch bezüglich seiner todbringenden Untiefen nicht loslässt. Was derzeit vor allem Boat People in Gefahr bringt.
Davon hat Monteros jüngster Abendfüller «Narrenschiff» (tanz 2/22) erzählt. Sporttaucher dagegen begeben sich freiwillig in die nämliche Gefahr, hinund hergerissen zwischen Abenteuerlust und dem Bewusstsein unkalkulierbaren Risikos. Der Choreograf gehört zu dieser Spezies und inszeniert nun in «Submerge» den Tauchgang in die Abgründe der menschlichen Seele mit all ihren Widersprüchen. Blau, blau, meeresblau sind die Bühne und die Ganzkörpertrikots der 19 Tänzerinnen und Tänzer. Sie tauchen in mimetischer Wellenakrobatik zu Owen Beltons sirrenden, tickenden, schlagenden Instrumentalklängen auf und wieder ab, bis sie am Ende in ...
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Tanz 7 2022
Rubrik: Kalender, Seite 41
von Eva-Elisabeth Fischer
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MUSEUM TINGUELY
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Was man an Bühnenbewegung und Ausstattung sofort erkennt, ist keineswegs Shakespeare, sondern die choreografische und bildnerische Verarbeitung einschlägiger Nachrichtenbilder: Ver-Wüstung, plastikverseuchte Meere, Hochwasser, Sturm und die daraus folgende existenzielle Not der davon betroffenen Menschen: Flucht und Vertreibung, euphemistisch als «Migration» auf...
