Triple Bill «Naharin, Clug, Montero»
Naharin, Clug und Montero: Bei dieser Mischung kann nichts schief gehen. Der Israeli bedient die Lust am (politisch) Aufrührerischen, der Rumäne den Intellekt und der Spanier die Seele – all das verpackt in einen, wie gewohnt, inbrünstig getanzten Dreiteiler am Staatstheater Nürnberg. Brandneu ist keines dieser Stücke, aber derzeit nirgends sonst in Deutschland zu sehen. Den Anfang macht Ballettchef Goyo Montero, den das Meer fasziniert und auch bezüglich seiner todbringenden Untiefen nicht loslässt. Was derzeit vor allem Boat People in Gefahr bringt.
Davon hat Monteros jüngster Abendfüller «Narrenschiff» (tanz 2/22) erzählt. Sporttaucher dagegen begeben sich freiwillig in die nämliche Gefahr, hinund hergerissen zwischen Abenteuerlust und dem Bewusstsein unkalkulierbaren Risikos. Der Choreograf gehört zu dieser Spezies und inszeniert nun in «Submerge» den Tauchgang in die Abgründe der menschlichen Seele mit all ihren Widersprüchen. Blau, blau, meeresblau sind die Bühne und die Ganzkörpertrikots der 19 Tänzerinnen und Tänzer. Sie tauchen in mimetischer Wellenakrobatik zu Owen Beltons sirrenden, tickenden, schlagenden Instrumentalklängen auf und wieder ab, bis sie am Ende in ...
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Tanz 7 2022
Rubrik: Kalender, Seite 41
von Eva-Elisabeth Fischer
Es war der ergreifendste Theaterabend der Spielzeit. Im Oktober zeigte das Ballett Theater Basel im Theater Winterthur «Gloria», ein Stück, pandemiegeboren wie viele andere auch, ein Experiment und etwas ganz Besonderes wie alle von ihnen. Choreografiert wurde «Gloria» von acht Mitgliedern der Kompanie und dem Direktor Richard Wherlock als Antwort auf die Krise....
«Schön» – das ist hier pink, klotzig, leuchtend. Fünf magentafarbene LED-Buchstaben stehen im Innenhof des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik: SCHÖN. Ob dieses SCHÖN nun schön ist, oder doch nicht eher scheußlich-schön, aufdringlich und provokant, darüber möchte man sofort diskutieren. Aber bevor ich den Mund aufmache, lächelt es neben mir: «Dieses...
In ihrem viel beachteten Stück «Furia» brachte die brasilianische Choreografin ihre Wut über die Regierung von Jair Bolsonaro zum Ausdruck. Ihre Neukreation «Encantado», entstanden während der Corona-Pandemie, ist erstaunlicherweise ein sehr heiteres Stück geworden. Lia Rodrigues hat sich von den indigenen Kulturen Brasiliens inspirieren lassen: «Encantados» sind...
