Locking vorm Muezzin

In Jemen, einem hundertprozentig arabischen Land, ist Tradition alles. Jetzt sucht selbst in der Hochburg des islamischen Urgesteins der globale Breakdance seinen Durchbruch. Der erste Auftritt jemenitischer Kids war eine Kulturrevolution.

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«Schluss jetzt! Macht endlich diese Musik aus!» Da können die jungen Männer in den verwaschenen Jeans und den schlabberigen T-Shirts noch so protestieren, der uniformierte Wachmann bleibt stur. Stellt sich breitbeinig mitten auf die Tanzfläche, die Hände fest in die Hüften gestemmt. «Ihr stört die Kunden, das ist doch keine Disko.» Langsam und widerwillig löst sich der Halbkreis von ein paar Dutzend Jugendlichen auf, die aus den kalten marmorierten Fliesen im ersten Stock des Einkaufszentrums für zehn Minuten eine Bühne gemacht haben.



Manche sind noch ein bisschen außer Atem, als sie sich die weißen Kunststoffstühle fallen lassen, die Baseballkappe tief ins Gesicht gezogen. Tische und Stühle hatten sie zur Seite geschoben, der junge Cafébesitzer, ein Freund, hatte die CD von Fort Minor eingelegt und laut aufgedreht: «This is ten per cent luck / twenty per cent skill / fifteen per cent concentrated power of will / five per cent pleasure, fifty per cent pain / and a hundred per cent reason to remember the name!» Schluss, jetzt schmachtet wieder arabische Popmusik.

«So geht das immer», schimpft Chad. «Reine Schikane. Nirgends können wir ungestört tanzen.» Viele Orte gibt es nicht in ...

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Tanz März 2007
Rubrik: Report, Seite 4
von Susanne Sporrer

Vergriffen
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