Das Kleid als Skulptur

Sibylle Canonica über Christin Losta

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Auf der Bühne oder auf dem Laufsteg hinterlässt das Kostüm oft nur einen flüchtigen Eindruck. Fotografiert, bekommt es etwas Dauerhaftes, Skulpturales. Chris­tin Losta zeigt das Kleid in seiner ganzen Beschaffenheit. Man erahnt, wie viele Schritte vom Entwurf bis zur Fertigung eines Kostüms nötig sind. Ein Kleid von Hervé Leger erinnert so, aus einzelnen Stücken und Elastikbändern auf einer Schneiderpuppe zusammengesetzt, tatsächlich an die Arbeit eines Choreografen.

Das Kleid von Ise Morssing beispielsweise, das Birgit Åkesson 1940 in «Schlaf im Traum» getragen hat.

Körperbetont gearbeitet, legt sich das Strickmaterial ganz natürlich an. Ise Morssing hat die Falten des Gewands, die sich wie ein Gürtel um den Leib der Tänzerin schmiegen, nach oben geklappt. Interessant wäre es, dieses Kostüm in einer tänzerischen Bewegung zu sehen.

Noch mehr als beim Schauspiel oder in der Oper kann ein Tanzkostüm einen Vorgang verhüllen oder den Ansatz einer Bewegung vergrößern oder sogar konterkarieren. Das Kostüm, das Marie-
Louise Bruyère für «Nocturne» von Clotilde Sacharoff entworfen hat, wirkt auf den ersten Blick wie die abgelegte Hülle eines Nachtfalters. Doch beim längeren Hinschauen ...

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Tanz März 2007
Rubrik: Körper, Seite 56
von Sibylle Canonica

Vergriffen
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