Olga Pona: «The Other Side of the River»
Olga Pona ist die Chefin des Chelyabinsk Theatre of Contemporary Dance. Tiefes Russland. Es muss ihr wohl noch immer wie ein Traum erscheinen, wenn ihr heute das Théâtre de la Ville in Paris, Tanzhaus NRW Düsseldorf und Kampnagel Hamburg die neuen Arbeiten finanzieren. Wie jetzt "The Other Side of the River". Darin blickt sie zurück auf ihre Jugend in der sowjetischen Provinz. Ans andere Ufer wollte sie, zum hellen Schein des Westens oder einfach auf die Flussinsel zum Liebesspiel im Südural: eine unwirkliche, meditative Atmosphäre, pulsierend und filigran.
Bäuchlings auf dem Bügeltisch liegend kreuzen die Tänzer durch die Waschküche der Fantasien, aus den Bügeleisen zischt der Dampf aufgestauter Triebe, die sich abstrakt entladen. Denn bei aller Emotion gehen Ponas Konstruktionen vom Formellen aus – Ballett, Akrobatik, Pantomime. Mobile Skulpturen aus zwei, meist aber drei Körpern geben den Ton an. Das sieht oft aus wie bei Sasha Waltz, wirkt nur frischer, frecher, freier. Im Zentrum stehen Begegnung, Austausch und die Gruppe. Die Perfektion der Interpreten verblüfft mit schwerelosen Kletterpartien an den Körpern der Kameraden. Das habe einen einfachen Grund: «In unserem Dorf ...
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