Künstlerisches Denken

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Es ist schon ein absurder Spagat, den der Tanz einfordert. Zum einen sind Routine, Disziplin und das Streben nach Perfektion unerlässlich, um technische Höchstleistungen zu erbringen. Zum anderen brauchen wir Freiheit, Fantasie, Spontaneität und Inspiration, um künstlerisch überzeugend zu sein. Auf jeden Fall braucht es eine fast übermenschliche, überwältigende und bewundernswerte Leidenschaft, um eine professionelle Tanz-Ausbildung zu meistern.

Bereits in jungen Jahren bestimmen tägliche Trainings und Proben den Tag, entsprechend früh wird man auch mit körperlichen Herausforderungen, Schmerzen, Verletzungen und dem harten Konkurrenzkampf konfrontiert. Der Erfolgsdruck ist enorm, Enttäuschung und Rückschläge können Auszubildende oft zusätzlich belasten.

Dazu kommt, dass auch die Ausbildungsstätten in ihrer Daseinsberechtigung vom Erfolg der Schülerinnen und Schüler abhängig sind. So steht auch das Lehrpersonal unter enormem Druck, Disziplin einzufordern und Ergebnisse zu liefern. Transparenz, Toleranz und tänzerische Leidenschaft sind dann oft die ersten Opfer dieses Erfolgszwangs, Rückschläge und Frustration der Leidenschaftskiller eines jeden kreativen Prozesses. Entsprechend ...

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Tanz August/September 2020
Rubrik: Ausbildung, Seite 38
von Christian Spuck

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