Große Chancen
Im Idealfall sollte durch die Ausbildung ein Dreiklang aus akademischer Schulung, künstlerischer Empfindsamkeit und Professionalität entstehen. Während Absolventen und Absolventinnen in der Regel über eine gute Tanztechnik und Körperschulung verfügen, ist es erstaunlich, wie wenig sie sich mit dem Tanz als Kunstform und Profession auseinandergesetzt haben. Oft sind ihre Kenntnisse über die Bandbreite der Tanzszene oder die Anforderungen des Berufsalltags sehr rudimentär.
Als Folge gestaltet sich der Einstieg ins Berufsleben für viele Tänzer und Tänzerinnen sehr schwer oder sogar unmöglich. Als hilfreich haben sich hier die Juniorballette erwiesen, die diese Lücke schließen und einen gleitenden Übergang ins Festengagement ermöglichen.
Ich sehe aber auch die Ausbildungsinstitute in der Pflicht, sich nicht nur auf die physischen Aspekte des Tanzes zu konzentrieren, sondern umfassend auf die vielfältigen Anforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, ein öffentliches Bewusstsein für die Besonderheiten unseres Berufs zu schaffen. Auch müssen Ballettschulen der (vor-)beruflichen Bildung und nicht der Freizeit oder dem Sport zugeordnet werden. Es gibt ...
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Tanz August/September 2020
Rubrik: Ausbildung, Seite 38
von Tobias Ehinger
Es gibt vieles, was uns diese Corona-Zeit vermittelt: den Wert der Freiheit beispielsweise – sei es die Freiheit zu reisen oder das Haus, die Region zu verlassen. Sie vermittelt die Bedeutung von Bewegung, gerade, indem diese eingeschränkt wird. Wie sehr hat das jeder und jede von uns in den letzten Monaten verspürt. Und wie viel mehr spüren es die Tänzer*innen,...
Schwanenfrau und Königssohn sind einfach nicht füreinander gemacht. Sie kommen aus zwei Welten und bleiben einander nur Erlösungsprojektionen: Er will mit ihr dem rigiden System am Königshof entfliehen, sie durch ihn ihrem Wildtierdasein. So war's schon immer im Ballettklassiker. Aber jetzt haben sich die metaphorischen und psychologischen Subtexte des Stoffes...
Die Karlsbrücke kennt jeder. Der Annaplatz ist hingegen eher unbekannt, einer der kleinsten Plätze Prags, nur ein paar Schritte entfernt vom touristischen Trampelpfad. Besser gesagt: der Námestí u. S. Anny, wie man auf einer Hauswand lesen kann. Der zweisprachige Ortshinweis hat sich – eine Rarität – ganz verschnörkelt aus der k.u.k.-Vergangenheit erhalten....
