Kristina Paulin, Raimondo Rebeck, Mauro Bigonzetti «Leuchtfeuer»

Karlsruhe

Tanz - Logo

Das klassische Handlungsballett ist als zeitgenössische Kunst abgemeldet? Abwarten – Kristina Paulin jedenfalls startet als Hauschoreografin und stellvertrende Ballettdirektorin in Karlsruhe schon mal mit einer dreiviertelstündigen Tanzversion von Franz Kafkas «Das Schloss», die die narrativen Fäden trotz zeitgenössischen Zugriffs geschickt beisammenhält.

Also: K. (Daniel Rittoles) kommt in ein verschneites Bergdorf, er soll hier im Auftrag der örtlichen Schlossverwaltung als Landvermesser arbeiten.

Die Bevölkerung begegnet dem Fremden aus der Stadt reserviert, im Schloss ist man anscheinend von seiner Ankunft überrascht, erst auf Nachfrage bekommt er Gehilfen (Leonid Leontev und Philip Sergeychuk) beigestellt, die freilich keine echte Hilfe sind, und eine Aufgabe hat er immer noch nicht. Um zumindest letzteres Problem zu lösen, versucht K. zunehmend verzweifelt, Entscheidungsträger im Schloss zu erreichen, verstrickt sich dabei aber immer tiefer in die Bürokratie … Paulin arrangiert diese Geschichte mit sicherem choreografischen Zugriff, manchmal mit Humor (etwa wenn K. beim Anruf im Schloss in einer Warteschleife steckenbleibt) und mit Sinn für die durch die Kellnerin Frieda ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2025
Rubrik: Kalender, Seite 39
von Falk Schreiber

Weitere Beiträge
Nachrichten 2/25

Austrittsdonner
BBTK UND DACHVERBAND TANZ
Eine Pressemitteilung der Bundesdeutschen Ballett- und Tanztheaterdirektoren-Konferenz (BBTK) vermasselte den Jahresauftakt beim Dachverband Tanz e. V. in Berlin: Das BBTK-Präsidium habe, hieß es am 7. Januar, einstimmig beschlossen, «mit Ablauf dieses Kalenderjahres aus dem Dachverband Tanz Deutschland» auszutreten. Ein...

Regelbrüche

In Anbetracht der frühen Karriere von Dada Masilo haben wir erst spät von ihr erfahren, nämlich 2012 – da war sie 27 Jahre alt und hatte bereits drei abendfüllende Choreografien für die großen Bühnen der Welt geschaffen, die zu diesem Zeitpunkt bereits international tourten. 2006 hatte sie den Preis «Most Promising Female Dance in a Contemporary Style» im Rahmen...

Too bad

«Meine Seele ist nicht mehr am richtigen Ort», schrieb Sergei Polunin Mitte Dezember auf Telegram. «Wann war sie das je?», möchte man den einst so großartigen Tänzer fragen. Beim Royal Ballet kündigte er nach einem kometenhaften Aufstieg mit 22 Jahren, in Russland wollten ihn die großen Kompanien nicht haben, seine Filmkarriere versandete in Nebenrollen ohne Text....