Kraftfeld der Kunst
Wann immer es in der Berliner oder deutschen Kulturlandschaft um Tanz geht, war und ist sie dabei – Nele Hertling, die «Grande Dame des Tanzes», wie sie respektvoll und bewundernd genannt wird. Diese wertschätzende Beschreibung trifft zu – Nele Hertling ist eine Instanz. Am 23.
Februar dieses Jahres wird Nele Hertling 90 Jahre alt – und noch immer ist sie unermüdlich engagiert «im Einsatz für die Kunstform Tanz», so ganz aktuell, wo es in Berlin um die Sicherung und Verbesserung der Produktionsbedingungen für freischaffende Tanzkünstler*innen und in diesem Zusammenhang auch um ein Haus für Tanz und Choreografie geht. Für ein Tanzhaus in der Hauptstadt hatte sich Hertling schon vor über 30 Jahren intensiv kulturpolitisch eingesetzt – zusammen mit der Tanzfabrik und vielen anderen. Damals leider vergeblich. Heute sind wir sehr darauf gespannt, ob sich die Politik doch endlich entschließen kann, eine solch wichtige Institution auf den Weg zu bringen.
Nele Hertling ist eine beharrliche Kämpferin für die Künste, insbesondere für den Tanz, mehr als sechs Jahrzehnte lang. Und so stellt sich die Frage: Was veranlasst einen Menschen dazu, sich sein Leben lang einem Thema zu widmen, welches ...
Claudia Feest ist Mitbegründerin und war künstlerische Leiterin der Tanzfabrik Berlin und der «TanzNacht Berlin» (bis Ende 2003 beziehungsweise 2004). Sie hat 2006 den «Dachverband Tanz Deutschland e.V.» mitbegründet und war bis Herbst 2021 Mitglied des Vorstands. 2006/07 war sie Koordinatorin für das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz – Pilotprojekt Tanzplan Berlin im Senat für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin und 2016/17 Vorsitzende der Tanzkommission zur Neuausrichtung der Hochschulausbildung Tanz in NRW. Sie war 2021/22 Mitkuratorin und Moderatorin des Symposiums «Tanzausbildung im Wandel» an der Ballett-Akademie der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM), ist seit 2014 Mitglied des Kuratoriums «Tanztreffen der Jugend» und seit 2020 Mitglied der Steuerungsgruppe für ein TanzArchiv Berlin.
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Tanz Februar 2024
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Claudia Feest
CD des Monats
TANGO-AVANTGARDE
Keine Tanzschule ohne Milonga: Der Tango hat in den letzten drei Jahrzehnten eine Renaissance erlebt, die kein Ende zu nehmen scheint. Aber dass nicht jede Komposition zu Ochos und Valentino einlädt, das haben wir von Avantgardisten wie Astor Piazzolla gelernt. Das in Brüssel beheimatete Ensemble Sónico hat sich der Ausgrabung eher...
Raimund Hoghe war ein Poet der Bühne, ein Gourmet der Empathie mit realen, historischen Opfern von Krankheit, Nationalsozialismus oder Migration. Vor knapp drei Jahren verstarb er selbst. Seine Botschaft aber, dass zeitgenössischer Tanz auch ein Hort authentischer Gefühle sein kann, lebt unvermittelt wieder auf, wenn Trajal Harrell sich in «Tambourines» einer...
COPPÉLIA
Léo Delibes’ «Coppélia» zählt spätestens seit der Revision durch Marius Petipa 1884 zum Standartrepertoire des klassischen Tanzkanons, auch weil das auf E.T.A. Hoffmanns Erzählung «Der Sandmann» basierende Thema des künstlichen Menschen im Tanzumfeld einerseits ungewohnt ist, andererseits Anknüpfungspunkte zum auf perfekte Performance zugerichteten Körper...
