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CD des Monats
TANGO-AVANTGARDE
Keine Tanzschule ohne Milonga: Der Tango hat in den letzten drei Jahrzehnten eine Renaissance erlebt, die kein Ende zu nehmen scheint. Aber dass nicht jede Komposition zu Ochos und Valentino einlädt, das haben wir von Avantgardisten wie Astor Piazzolla gelernt. Das in Brüssel beheimatete Ensemble Sónico hat sich der Ausgrabung eher vergessener Tango-Musik verschrieben und legt nun eine zweite, spektakuläre CD vor, die Piazzolla mit einem anderen Neuerer zusammenspannt: mit Eduardo Rovira.

Beide Künstler ließen keinen Zweifel daran, dass sie ihre Musik auf Augenhöhe mit der Klassik sahen. Piazzolla befasste sich nicht nur ausführlich mit Strawinskys «Sacre du printemps», sondern mit allem, was die Ballets Russes ausmachte. Tatsächlich komponierte er einen Elfminüter namens «Tango Ballet», der 1956 denn auch mit einer Bühnenperformance angereichert wurde – was sich angesichts der rasanten Rhythmik, die von schwermütigen Adagio-Passagen unterbrochen wird, schlichtweg aufdrängt.

Eduardo Rovira scheiterte dagegen mit dem Plan, seinen elfteiligen «Tango Buenos Aires» von Profitänzer*innen umsetzen zu lassen. Über fünfzig Jahre später ist das kein Beinbruch ...

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Tanz Februar 2024
Rubrik: Medien, Seite 58
von

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