Konfliktlinien
Wir wollen mit Ihnen über Identitätspolitik, Integration und Rassismus sprechen, die in der Mitte der Mehrheitsgesellschaft, auch der weißen Mehrheitsgesellschaft angekommen sind als Debatte und Diskussion – auch im Theater. Sie kennen das Problemfeld aus den verschiedensten Perspektiven: Sie sind Soziologe, haben als Lehrer gearbeitet, waren im NRW-Familienministerium Abteilungsleiter für Integration und Integrationspolitik, sind jetzt Hochschullehrer und haben zwei populäre Sachbücher veröffentlicht.
Und außerdem ist die in den Niederlanden arbeitende Regisseurin Ola Mafaalani Ihre Schwester. Im ersten Ihrer Bücher, «Das Integrationsparadox», breiten Sie einige Widersprüche aus, die zunächst ziemlich kontraintuitiv erscheinen. Ich zitiere Sie: «Wenn Integration oder Inklusion oder Chancengleichheit gelingt, dann wird die Gesellschaft nicht homogener, nicht harmonischer und nicht konfliktfreier. Nein, das Gegenteil ist viel wahrscheinlicher. Die zentrale Folge gelungener Integration ist ein erhöhtes Konfliktpotenzial.» – Bitte erklären Sie uns das!
Das Integrationsparadox reflektiert im Prinzip Dinge noch mal neu, die in der soziologischen Theoriebildung schon seit weit über ...
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Unterwegs, Seite 52
von Eva Behrendt und Franz Wille
Die Darstellenden Künste in Ungarn wurden aufgrund der mangelnden staatlichen Fürsorge ganz besonders von der Covid-19-Pandemie getroffen. Während der eineinhalbjährige Ausnahmezustand für diejenigen, die an großen, staatlich subventionierten Häusern engagiert waren, in erster Linie eine mentale Herausforderung darstellte, hat sich die Krise für die in der Freien...
Zu Beginn der Corona-Krise, während des ersten Lockdowns, war es ganz schön schwierig, in Form zu bleiben. Seitens der Kompanie wurde uns eine Stange und ein Tanzboden zur Verfügung gestellt, damit wir per Zoom von zu Hause aus trainieren konnten. Ich versuchte, eine Weile so Unterricht zu nehmen, merkte aber schon bald, dass das mit meiner normalen Arbeitsweise...
Henk van Dijk, nur wer genau bei einem Film hinschaut, wird Sie kennen: als Kameramann. Wirklich sichtbar werden Sie dem Publikum nur in «Live», einem Ballett von Hans van Manen, das zuletzt wieder an der Wiener Staatoper zu sehen war. In der Regel agieren Sie im Hintergrund.
Und das ist auch meine Absicht, unsichtbar zu bleiben. Man will dem Zuschauer ja das Bild...
