Tänzer*in des Jahres: Tiler Peck

Diese Frau ist nicht zu toppen: eine exzellente Tänzerin, deren Kunst wie Feenstaub glitzert – sogar auf dem Monitor

Tanz - Logo

Sie hat uns während dieser Pandemie unzählige Glücksmomente beschert: Tiler Peck, Principal am New York City Ballet. Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen, fragte sie eben bei William Forsythe an, ob der etwas für sie kreieren könnte, et voilà: Der Meister wartete mit «The Barre Project – Blake Works II» auf – einer der beiden Gewinnerproduktionen des Jahres (S. 122).

In diesem via Zoom für die Plattform der CLI Studios produzierten Tanzfilm wirft sich Peck mit atemberaubendem Tempo in die technischen Schwierigkeiten, als hätte sie nur darauf gewartet, eine knifflige Herausforderung zum Fraß vorgeworfen zu bekommen. Dabei beeinträchtigen selbst die enorme Rasanz und die rasiermesserscharfe Präzision zu keinem Zeitpunkt die weiten Schwünge ihrer Bewegungen. Bei ihren Soli an der Stange reiht sie klassische Épaulements, wellenartige Bewegungen ihres Torsos und den einen oder anderen sinnlichen Hinge (aus dem Jazztanz) aneinander. Ihre Gliedmaßen durchschneiden den Raum, sie verdreht Oberkörper und Unterleib gegeneinander und schraubt sich dann – plötzlich wieder ganz frei und sanft – in einen Attitude-Drehung. Ich habe viele Forsythe-Tänzerinnen gesehen, aber keine hat die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: The Winners Are, Seite 128
von Wendy Perron

Weitere Beiträge
Johannes Wieland

das auf-mich-selbst-zurückgeworfensein hat mir zeit gegeben, mich mit ein paar fragen auseinanderzusetzen, denen ich vor der pandemie keinen raum gelassen habe. das war wirklich positiv und hat mir geholfen, mich neu zu orientieren. ich habe gelernt, mir meine zeit nicht vollständig zu verplanen, um platz für spontane erlebnisse zuzulassen.

mich hat die weltweite...

Josep Caballero García

… Eine Arbeit mit Jugendlichen in Düsseldorf, denen ich und meine Kollegin Kamila Kurczewski nie analog begegnet sind.

Produktiv sein müssen und choreografische Gruppenarbeit gewährleisten, um die Lage zu retten? Nein, ich hatte keinen Bock. Ich habe mich eher auf einzelne Proben oder Gespräche konzentriert; erst mal, um einen Raum zu schaffen, in dem jede*r sich...

Richard Wherlock

Im Frühjahr 2020 hatte ich gerade damit begonnen, ein Ballett mit dem Titel «Gloria» zu choreografieren, als nach wenigen Probentagen der Prozess abrupt abgebrochen wurde. Es war sehr unwirklich. Mit den Proben zu einem neuen Stück beginnt normalerweise eine Art Eintauchen. In die Musik, in das Schrittmaterial, den Raum, das Thema. Die Außenwelt rückt währenddessen...