Tänzer*in des Jahres: Tiler Peck

Diese Frau ist nicht zu toppen: eine exzellente Tänzerin, deren Kunst wie Feenstaub glitzert – sogar auf dem Monitor

Sie hat uns während dieser Pandemie unzählige Glücksmomente beschert: Tiler Peck, Principal am New York City Ballet. Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen, fragte sie eben bei William Forsythe an, ob der etwas für sie kreieren könnte, et voilà: Der Meister wartete mit «The Barre Project – Blake Works II» auf – einer der beiden Gewinnerproduktionen des Jahres (S. 122).

In diesem via Zoom für die Plattform der CLI Studios produzierten Tanzfilm wirft sich Peck mit atemberaubendem Tempo in die technischen Schwierigkeiten, als hätte sie nur darauf gewartet, eine knifflige Herausforderung zum Fraß vorgeworfen zu bekommen. Dabei beeinträchtigen selbst die enorme Rasanz und die rasiermesserscharfe Präzision zu keinem Zeitpunkt die weiten Schwünge ihrer Bewegungen. Bei ihren Soli an der Stange reiht sie klassische Épaulements, wellenartige Bewegungen ihres Torsos und den einen oder anderen sinnlichen Hinge (aus dem Jazztanz) aneinander. Ihre Gliedmaßen durchschneiden den Raum, sie verdreht Oberkörper und Unterleib gegeneinander und schraubt sich dann – plötzlich wieder ganz frei und sanft – in einen Attitude-Drehung. Ich habe viele Forsythe-Tänzerinnen gesehen, aber keine hat die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: The Winners Are, Seite 128
von Wendy Perron

Weitere Beiträge
Alfredo Zinola

Die Covid-Zeit ist ein Schwamm. Die Flüssigkeit, die dieser Schwamm aufsaugt, ist Zeit. Am Anfang war der Schwamm voll, und plötzlich hatte ich Zeit, um mich um all den Rückstand kümmern zu können. Und dann war die Zeit plötzlich wieder komplett weg. Der Schwamm ist wieder trocken und saugt mehr Zeit auf als zuvor. Und falls es nicht enden wird?

Die Covid-Zeit ist...

Shale Wagman

Ich bin vor Kurzem nach München gezogen und gewöhne mich seither an mein neues Leben hier, an neue Menschen, Chancen, und Erfahrungen – und das alles im Licht der derzeitigen Umstände. Jeden Tag verbeuge ich mich in Dankbarkeit vor dem hiesigen Opernhaus. Ich durfte hier wunderbare Momente erleben, ein völlig neues Stück mit Andrey Kaydanovskiy kreieren oder, ganz...

Heide-Marie Härtel

Die Pandemie hat das extreme Tempo aus der Zeit davor herausgenommen. Das Deutsche Tanzfilminstitut hat als gleichermaßen tanzfilmproduzierende und archivierende Gedächtnisorganisation endlich einmal Zeit für die Inventur seiner Bestände und entdeckt vieles neu. Mit Dankbarkeit und Freude erfüllt uns, dass wir – wie die meisten Theater, Museen und Bibliotheken –...