Klangprozess

Zum Tanz kam er eher zufällig. Und blieb prompt hängen – am Choreografen Jiří Kylián. Der Komponist Dirk Haubrich im Gespräch mit Hartmut Regitz

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Sie haben viel mit Jiří Kylián zusammengearbeitet, Kreationen fast durchweg fürs Nederlands Dans Theater. Zwei seiner Choreografien, «Tar and Feathers» von 2006 und «Gods and Dogs» von 2008, sind jetzt noch einmal bis zum 3. Dezember innerhalb des NDT-Programms «Celebrating an Evening with Jiří Kylián» zu sehen – beides Arbeiten, zu denen auch Sie Musik beigesteuert haben. Als Teil einer Collage, wie ich das bezeichnen würde.
Ich empfinde das genau anders.

Aber Komponieren heißt doch letztlich nichts anderes als zusammensetzen. Und Sie bezeichnen sich auf Ihrer Website ja auch als Komponist.
Ich habe lange überlegt, ob ich mich so nennen soll. 

Welche Alternativen hätten denn zur Debatte stehen können?
Künst­ler ohne Geld (lacht). Aber wenn man sich als Komponist bezeichnet, signalisiert man damit sein Verlangen, dass man für sein Kreieren auch entlohnt werden möchte. Wenn da steht: Musiker, dann denkt man vielleicht, dass man einem vorher zwei Euro gegeben hat und darauf ganz stolz ist. Nein, ich habe durchaus das Verlangen, für meine ­ Arbeit entlohnt zu werden. Nicht nur das Bedürfnis, nein, auch die Forderung, dafür bezahlt zu werden. Eine ganz klare Forderung. 

Mit der sich ...

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Tanz 11 2022
Rubrik: Menschen, Seite 29
von Hartmut Regitz

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