Biennale Venedig
Doch, die «Biennale di Venezia» ist eine Kunstausstellung. Eindeutig. Es gibt Malerei, Skulptur, Installation, Video. Was es weniger gibt, sind diskursive Ansätze, fluide Formen, Überlegungen zur kollektiven Arbeit. Wer unter den Querelen und Irrungen der «documenta fifteen» gelitten hat, mag das als beruhigend empfinden, aber die Konzentration der Biennale auf die Bildende Kunst hat auch eine Kehrseite.
Die Fähigkeit der Bildenden Kunst zur Grenzüberschreitung rückt in den Hintergrund, weil performative Formen kaum eine Rolle spielen, wenn man von Alexandra Piricis Tanzraum im zentralen Giardini-Pavillon absieht, der tatsächlich für performative Aktionen genutzt wird. Zumindest manchmal – beim Besuch ist er leer und entsprechend eine leere Bühne.
Also betrachtet man eine Bühne, als an Darstellender Kunst interessierter Biennale-Besucher. Und entdeckt plötzlich weitere Bühnen: Diese Biennale hat eine Nähe zum Theater, sie versteckt sie nur ein bisschen. Zum Beispiel in den alptraumhaften Missbrauchsszenarien von Paula Rego, die als düstere Gemälde auf Distanz blieben, würde Rego nicht aufwendige Puppenbühnen bauen, in denen einem die drastischen Visionen tatsächlich körperlich ...
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Tanz 11 2022
Rubrik: Medien, Seite 54
von Falk Schreiber
Schönes Thema in Zeiten der Dürre: Wasser, «Aqua». Im neuen Programm der Kompanie Introdans aus Arnheim, das auch in Remscheid gastiert, lassen Sidi Larbi Cherkaoui, Jorge Pé-rez Martinez, Manuel Vignoulle und Lucinda Childs die Bewegung fließen, plätschern und wallen. Während das bei den drei Männern und ihren Stücken «Harbor Me», «Azul» und «Earth» vor allem zu...
Newcomer
BOTIS SEVA
Während sich das Gros des Tanznachwuchses mit 19 meist noch in den Anfängen der Ausbildung befindet, hatte Botis Seva in diesem Alter bereits eine leerstehende Lagerhalle in Beschlag genommen und seine eigene Tanztruppe auf die Beine gestellt: Far From the Norm macht nun schon seit über zehn Jahren ihrem Namen alle Ehre und produziert...
Der Tonfall ist natürlich ganz reizend. Oona Doherty spricht im gedehnten, stoßhaften Slang der irischen Arbeiterklasse, mit freundlich akzentuierten Vokalen, immer ein wenig lauter als es nötig wäre. Sie sagt «Dens», wenn sie von Tanz spricht, «Mani», wenn es um Geld geht, man kann nicht anders, man muss sich sofort mit dieser Unmittelbarkeit identifizieren.
Aber...
