Die Selbstbehauptung des Körpers

Wie modern ist Die Brücke?

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Am Beginn stand kein ästhetisches Programm, sondern der Glaube an die eigene Kraft. Die vier Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, die sich im Juni 1905 in Dresden zur Künstlergruppe Die Brücke zusammenschließen, wenden sich ausdrücklich an «Schaffende» wie «Genießende», an Künstler wie Betrachter, an eine junge Generation, die sich «Arm- und Lebensfreiheit» gegenüber den Älteren verschaffen will.

Das von den Impressionisten eingefädelte Bündnis zwischen moderner Kunst und gegenwärtigem Leben wird noch enger geknüpft: Kunst als Ausdruck der «Unmittelbarkeit» und «Unverfälschtheit» meint nicht nur eine Befreiung des Sehens, sondern die Versöhnung von Kunst und Leben. Nie war die Verbindung so eng wie in den ersten Jahren der gemeinsamen Arbeit der Brücke-Künstler, den miteinander verbrachten Moritzburger und Fehmarner Sommern. Akt und Landschaft waren die zentralen Motive, in deren Einheit sich die Utopie eines neuen Menschen und eines selbstverständlicheren Umgangs der Geschlechter enthüllt. Eine Idylle, aber keine der Idealisierung, sondern einer neuer Selbstbehauptung kantiger Körper. Schon bald, in den Bildern aus der ...

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Tanz Juli 2005
Rubrik: Magazin, Seite 16
von Edith Boxberger

Vergriffen
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