Die Selbstbehauptung des Körpers
Am Beginn stand kein ästhetisches Programm, sondern der Glaube an die eigene Kraft. Die vier Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, die sich im Juni 1905 in Dresden zur Künstlergruppe Die Brücke zusammenschließen, wenden sich ausdrücklich an «Schaffende» wie «Genießende», an Künstler wie Betrachter, an eine junge Generation, die sich «Arm- und Lebensfreiheit» gegenüber den Älteren verschaffen will.
Das von den Impressionisten eingefädelte Bündnis zwischen moderner Kunst und gegenwärtigem Leben wird noch enger geknüpft: Kunst als Ausdruck der «Unmittelbarkeit» und «Unverfälschtheit» meint nicht nur eine Befreiung des Sehens, sondern die Versöhnung von Kunst und Leben. Nie war die Verbindung so eng wie in den ersten Jahren der gemeinsamen Arbeit der Brücke-Künstler, den miteinander verbrachten Moritzburger und Fehmarner Sommern. Akt und Landschaft waren die zentralen Motive, in deren Einheit sich die Utopie eines neuen Menschen und eines selbstverständlicheren Umgangs der Geschlechter enthüllt. Eine Idylle, aber keine der Idealisierung, sondern einer neuer Selbstbehauptung kantiger Körper. Schon bald, in den Bildern aus der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mit den Ikonen ist das so eine Sache: Sie leben und leben fort. Und wenn sie nicht gestorben sind ... Es sei denn, sie werden (aus dem) weg-geheiratet. Wie Diana. Die Ex-Prinzessin von Wales und In-Prinzessin der Herzen. Eine sichere Bank, dachte Peter Schaufuss, der Choreograf von «Diana – The Princess. A Celebration». Das Ballett hätte im Vereinigten Königreich...
Seine erste Liebe gehörte dem Tanz, und «Erste Liebe» hieß nach Tschechow ein Ballett in einem Akt, das Gerald Humel 1965 komponierte. «Schon als Junge», gesteht der «Dramatiker des Klangs» auf seiner Website, «hat mich das Ballett fasziniert» und nennt als Grund, dass seiner Meinung nach die «wichtigste Musik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ......
Jérôme Bel, Choreograf und Tanzdenker, entdeckte bei einem Aufenthalt in Thailand Pichet Klunchun. Jetzt präsentiert er sich mit ihm auf einschlägigen Festivals wie demnächst in Montpellier und Salzburg, um mit ihm über die Kunst zu reden, wie er es vorher mit einem niederländischen Theatermann und einem italienischen Musiker tat. Bei seiner eigenen Vorstellung...
