kairo: vicente ochoa perez

Tanz - Logo

Sie gehören seit 2010 dem Kairoer Opernballett als Tänzer an. Was hat sich nach der Revolution geändert?
Eigentlich nichts. Der einzige Unterschied ist, dass man heute Kürzungen im Budget oder unfaire Ausländersteuern in der Kompanie nicht mehr hinnimmt. Man macht den Mund auf. Vorher war noch der leiseste Protest ein Grund zur fristlosen Kündigung.

Vor der ägyptischen Revolution galt das Opernballett als westliche Enklave. Hat sich das geändert?
Die Oper war immer ein exklusiver Ort in Kairo.

Vor der Revolution tanzten wir auch zu Privatempfängen von Banken vor den Pyramiden oder in der Oper vor Staatsgästen. Daran ist heute nicht zu denken. Jetzt, da es ums Überleben geht, sind es vor allem Regierungsmitglieder und Diplomaten. Im April brachten wir einen neuen «Schwanensee» heraus. Es war ein Erfolg, und er wird gut besucht.

Während der Revolution war das Haus geschlossen, und ausländische Tänzer wie Sie wurden nach Hause geschickt.
Während der Revolution war es wirklich besser, nach Hause zu fahren. Ich dachte, dies wäre das Ende, denn wenn so etwas Einschneidendes passiert, verliert immer zu­erst die Kultur. Zumal die Oper jede Menge Verbindungen zu Mubarak besaß.

Wieso sind Sie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2011
Rubrik: menschen, Seite 58
von Justine Bayod Espoz

Weitere Beiträge
genf: steven cohen «the cradle of humankind»

Die allerletzte Ausgabe der «Antipodes» in Brest bot eine der größten Überraschungen der Saison. Da zeigte sich: Steven Cohen kann auch anders, ohne Schockvideos, ohne Lederstrapse, ohne schrille Schminke. Hier geht es weder um Religion noch um Homosexualität, noch um Symbole, an denen sich Konflikte entzünden. In «The Cradle of Humankind» entdeckt er seine...

berlin: tanzfilmnacht

Zum ersten Mal in der Hauptstadt gibt es Tanzfilm-Glimmer wie sonst nur in Brighton oder Amsterdam. Moderiert von Pegah Ferydoni, dem neuen Gesicht im «zdf.kulturpalast», sind zwölf Tanzfilme zu sehen, die zum «must see» des Genres ge­hören, von William Forsythe, ­Sa­sha Waltz, Jirˇí Kylián, Édouard Lock. Wim Wenders’ «Pina» trifft auf Birgit Adlers «Warten auf...

den körper einrichten

Vereinzelte Töne tröpfeln aus den Lautsprechern im Dachgeschoss. Es knarzt und knackt im Probenraum der Münchner Tanztendenz. Die Tänzerin, Choreografin und Yoga-Lehrerin Anna Holter probt mit ihrem Ensemble «Thema 3» – ein Stück, in dem sich die gebürtige Schwedin mit unterschiedlichen Assoziationen zur Zahl drei auseinandersetzt. Die Tänzerinnen bewegen sich...