den körper einrichten
Vereinzelte Töne tröpfeln aus den Lautsprechern im Dachgeschoss. Es knarzt und knackt im Probenraum der Münchner Tanztendenz. Die Tänzerin, Choreografin und Yoga-Lehrerin Anna Holter probt mit ihrem Ensemble «Thema 3» – ein Stück, in dem sich die gebürtige Schwedin mit unterschiedlichen Assoziationen zur Zahl drei auseinandersetzt. Die Tänzerinnen bewegen sich innerhalb eines abgeklebten Dreiecks. Auf der Bühne ist es durch Salzkristalle markiert. Die Bewegungen der drei Frauen enden immer wieder in Anziehung und Abstoßung. Balance und Ausgeglichenheit schaffen nur zwei.
Drei ist eine zu viel. Anna Holter beobachtet das Geschehen genau, macht sich Notizen, bespricht nach dem ersten Durchlauf Timing und Bewegungsabläufe.
Nur auf den ersten Blick scheint Yoga während der Probe keine Rolle zu spielen. «Meine Yoga-Praxis hilft mir beim Choreografieren eher auf subtile Art: Sie gibt mir Kraft, Ruhe und Konzentration», sagt Anna Holter, die vor gut zehn Jahren Yoga zum ersten Mal begegnete. Nach ihrer Ausbildung an der Iwanson Schule für zeitgenössischen Tanz zieht es sie 1998 von München nach Berlin. Dort integriert eine Kollegin Yoga-Übungen in das tägliche Training des Ensembles ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: yoga, Seite 30
von Monique Opetz
Die Hände zur Faust geballt stecken tief in den Jackentaschen, im Schatten der Kapuze verbirgt sich das Gesicht. Angst, der etwas Bedrohliches anhaftet, ist deutlich spürbar. Wie gehetzt die Figuren in Helge Letonjas jüngster Produktion «The Bog Forest» auch durch das Dunkel der Bühne der Bremer Schwankhalle huschen, wie gequält sie sich krümmen und am Boden...
Wer zieht die Fäden, wenn 14 Menschen schweben und schlingern, als schwämmen sie in einem Aquarium aus Licht und Klang? Flossen und Gräten haben alle Fische, nur sind die einen flinker, wendiger und sprungbereiter als die anderen, die sich eher träge treiben lassen. Nennen wir es eine Polyfonie, wenn dieser Schwarm ins Hüpfen und Straucheln gerät, der auf und...
Der Dokumentarfilmer Michael Blackwood schuf 2010 «New York Dance: States of Performance», eine Porträtreihe, kuratiert von der Tanzkritikerin der «New York Times», Gia Kourlas. Vier von sieben Choreografen werden nun auch in Deutschland vorgestellt: die jüngere Beth Gill, die beiden Klassiker der US-Moderne John Jasperse und Ralph Lemon, der sich auf die...
