Jubiläumstour
Ernst Meisner ist ein kluger Typ. Einer, der genau sagen kann, welches Repertoire aus dem längst zersplitterten Ballettkanon unbedingt erhaltenswert ist – und was vielleicht in die zweite Reihe wandern sollte. Meisners zielsichere Prognosen haben vielleicht auch damit zu tun, dass sein eigener Chef, Ted Brandsen, sich seit zwanzig Jahren bemüht, bei Het Nationale Ballet in Amsterdam ein vielfältiges Programm zu machen: Klassik, Neoklassik, Moderne, Auftragswerke.
Genau zur Halbzeit seiner bisherigen Ägide hat Brandsen in der Spielzeit 2013/14 die Juniorkompanie des Amsterdamer Spitzenensembles ins Leben gerufen – und unter die Fittiche von Ernst Meisner gesteckt. Es waren zehn ausgesprochen erfolgreiche Jahre mit zahlreichen Programmen, vielfacher Karrierestart-Hilfe – fast zwei Drittel der Tänzer*innen, die heute mit der Hauptkompanie auftreten, haben bei den Junioren angefangen. Den zehnten Geburtstag begeht man standesgemäß mit einer ausgedehnten Tournee: Noch bis 17. März reist der Nachwuchs durch die Niederlande und zeigt unter dem Titel «Ten» nicht nur Balanchines «Valse Fantaisie» und Krzysztof Pastors «Toccata», sondern Uraufführungen von Wubkje Kuindersma, Joseph Toonga ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2024
Rubrik: Side step, Seite 25
von Dorion Weickmann
CD des Monats
GERSHWIN PLAYS GERSHWIN
Wer kennt ihn nicht: den Triller einer Soloklarinette in tiefer Lage, dem ein aufheulendes, über zweieinhalb Oktaven nach oben steigendes Glissando folgt. Die meisten, die die «Rhapsody in Blue» jemals gehört haben, werden wohl auch das nachfolgende Klavier-Andante nicht mehr aus dem Ohr kriegen. Am 12. Februar 1924 wurde das...
Einmal plaudert Wen Hui ein Bekenntnis aus. Sie sei nie Mutter geworden, spricht die Pionierin chinesischen Tanztheaters und Goethe-Medaillen-Trägerin ins Headset – da schwingt etwas von Trauer um eine Lebenschance mit. Umso mehr, fügt sie hinzu, empfinde sie sich als Mutter aller Kinder.
«New Report on Giving Birth» knüpft beim Tanzfestival Rhein-Main an Wen Huis...
Nicht jede laute Arbeit ist eine gute Arbeit – diese schon. Anna Konjetzky hat etwas zu sagen, das nicht verschwinden darf. In München ist sie mit ihrem Team seit vielen Jahren eine richtungsweisende Institution, die lokal wie international Verbindung und Vernetzung innerhalb der Tanzszene aktiv sucht, ermöglicht und gestaltet. Man darf die «Songs of Absence»,...
