Jubiläumstour
Ernst Meisner ist ein kluger Typ. Einer, der genau sagen kann, welches Repertoire aus dem längst zersplitterten Ballettkanon unbedingt erhaltenswert ist – und was vielleicht in die zweite Reihe wandern sollte. Meisners zielsichere Prognosen haben vielleicht auch damit zu tun, dass sein eigener Chef, Ted Brandsen, sich seit zwanzig Jahren bemüht, bei Het Nationale Ballet in Amsterdam ein vielfältiges Programm zu machen: Klassik, Neoklassik, Moderne, Auftragswerke.
Genau zur Halbzeit seiner bisherigen Ägide hat Brandsen in der Spielzeit 2013/14 die Juniorkompanie des Amsterdamer Spitzenensembles ins Leben gerufen – und unter die Fittiche von Ernst Meisner gesteckt. Es waren zehn ausgesprochen erfolgreiche Jahre mit zahlreichen Programmen, vielfacher Karrierestart-Hilfe – fast zwei Drittel der Tänzer*innen, die heute mit der Hauptkompanie auftreten, haben bei den Junioren angefangen. Den zehnten Geburtstag begeht man standesgemäß mit einer ausgedehnten Tournee: Noch bis 17. März reist der Nachwuchs durch die Niederlande und zeigt unter dem Titel «Ten» nicht nur Balanchines «Valse Fantaisie» und Krzysztof Pastors «Toccata», sondern Uraufführungen von Wubkje Kuindersma, Joseph Toonga ...
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Tanz März 2024
Rubrik: Side step, Seite 25
von Dorion Weickmann
CD
Brahms Ballet Class
Das Intermezzo op. 76, Nr. 7, eignet sich als Auftakt eines Balletttrainings ganz hervorragend, und Mladen Dabizljevic hat das viertaktige Stück denn auch als Beispiel einer «Brahms Ballet Class» eingespielt, die dem Alltäglichen den Reiz des Außergewöhnlichen gibt. Schließlich hat ein so musiksensibler Choreograf wie George Balanchine nicht...
JEFF WALL
Jeff Wall ist ein Geschichtenerzähler. Und zwar in dem Sinne, dass er die Fotografie als Bühne nutzt: Auf seinen Bildern entwirft er detailgenaue Szenen, die einen ganzen Kosmos andeuten, mit fein choreografierten Protagonist*innen, aufwendiger Ausstattung und einer Beleuchtung, die einem Hollywoodfilm angemessen wäre. Und dann fragt man sich, was...
Nicht jede laute Arbeit ist eine gute Arbeit – diese schon. Anna Konjetzky hat etwas zu sagen, das nicht verschwinden darf. In München ist sie mit ihrem Team seit vielen Jahren eine richtungsweisende Institution, die lokal wie international Verbindung und Vernetzung innerhalb der Tanzszene aktiv sucht, ermöglicht und gestaltet. Man darf die «Songs of Absence»,...
