Josep Caballero García
… Eine Arbeit mit Jugendlichen in Düsseldorf, denen ich und meine Kollegin Kamila Kurczewski nie analog begegnet sind.
Produktiv sein müssen und choreografische Gruppenarbeit gewährleisten, um die Lage zu retten? Nein, ich hatte keinen Bock. Ich habe mich eher auf einzelne Proben oder Gespräche konzentriert; erst mal, um einen Raum zu schaffen, in dem jede*r sich äußern kann, was sie oder ihn umtreibt, welches die Herausforderungen sind, mit denen wir es zu tun haben, im Privaten wie im Künstlerischen.
Auf dieser Basis konnten wir individuell entscheiden und gemeinsam besprechen, welcher Fragestellung man nachgehen will. Jede*r von uns konnte individuell kurze Videos vorbereiten, um performatives Material zu generieren. Mit der Zeit habe ich gesehen, dass jede*r, ob bewusst oder unbewusst, mit ihrer/seiner Privatsphäre konfrontiert war: Was lasse ich von meinem privaten Raum auf dem Bildschirm erscheinen. Wie gehe ich damit um, mich zu veröffentlichen? Obwohl es bei einigen den Versuch gab, Privates zu vermeiden, hat sich vieles unsichtbar ins Material eingeschrieben. Eine unkontrollierbare Energie oder Aura. Das Private und das Öffentliche haben sich in einer unsichtbaren Weise ...
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 95
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Ich erinnere mich an Januar 2020. Ich lag in einem Hotelbett und las die Nachrichten über ein Virus.
Ich erinnere mich an März 2020. Es war die vierte Probewoche von «All Our Eyes Believe», meinem ersten Stück für junges Publikum, und mir wurde bewusst, dass nichts mehr wie davor, nichts wie geplant sein würde. Im Wissen, dass so manches anders als intendiert kommt...
Die Covid-Zeit ist ein Schwamm. Die Flüssigkeit, die dieser Schwamm aufsaugt, ist Zeit. Am Anfang war der Schwamm voll, und plötzlich hatte ich Zeit, um mich um all den Rückstand kümmern zu können. Und dann war die Zeit plötzlich wieder komplett weg. Der Schwamm ist wieder trocken und saugt mehr Zeit auf als zuvor. Und falls es nicht enden wird?
Die Covid-Zeit ist...
