Katharina Torwesten
Zunächst fand ich gar nichts produktiv. Corona hat alle unsere «Produkte» an die Wand gefahren. Aber dann wirkte der Stillstand nach innen, ganz langsam. Ich geriet in einen Zustand der Wunschlosigkeit, fast meditativ. Wohin zerren uns unsere Wünsche? Überallhin, nur nicht zu uns selbst. Eine Weile davon erlöst zu sein, hat mir gutgetan – und hat letztendlich eine unglaubliche kreative Energie freigesetzt, mit der ich «Sacre» choreografiert habe, mit einem sehr unkonventionellen Ergebnis, das mich selbst überrascht.
Was nehme ich mit? Mehr Ruhe, mehr Gelassenheit.
Und mehr Klarheit darüber, was wirklich wichtig ist und was nicht. Innehalten ist eine Kraftquelle. Wir brauchen so wenig, um sinnstiftend zu leben. Für die Zukunft habe ich keine überzogenen Erwartungen. Die Menschen lernen – und vergessen wieder. Wenige werden Konsequenzen aus den Reflexionen, die Corona angestoßen hat, ziehen. Aber ein neuer Zeitgeist fängt ja immer mit einigen Wenigen an …
Seit 2020 Ballettdirektorin am Landestheater Detmold
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 114
von
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