Johan Kobborg: «La Sylphide»

Zürich

Tanz - Logo

Das Zürcher Ballett hat sich der Traditionspflege verschrieben. Die Spielzeit eröffnete die Kompanie von Heinz Spoerli mit William Forsythes «Artifact», einem Schlüsselwerk aus den Anfängen der Ballett-Dekonstruktion. Nun ist es zu den Ursprüngen des Romantischen Balletts zurückgekehrt und führt «La Sylphide» auf. Die alte Geschichte von James, der statt die brave Effie zu heiraten, einer Luftfrau in den Wald nachrennt und so in seinen und ihren Untergang. Der Royal-Ballet-Tänzer Johan Kobborg hat sie einstudiert, seine Version von 2005, die er für das Royal Ballet in London schuf.

Schon da berief er sich auf August Bournonvilles dänische Fassung von 1836.
Johan Kobborg war Solist des Royal Danish Ballet, bevor er nach London zog und  mehrmals die Rolle des James tanzte. Weil dieser Tanz immer wieder ein bisschen anders war, nahm er sich das alte Libretto vor und stellte fest, dass Musiksequenzen aus der Sylphide-Praxis verschwunden waren. Er habe nun einiges des ursprünglichen Materials ins rechte Licht gerückt, das wesentlich zur Geschichte gehörte und einer sanften Modernisierung dienen könnte, indem er es zum Teil anders verwendet.
Ein Pas de deux zwischen der Sylphide und James ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 52
von Lilo Weber

Vergriffen
Weitere Beiträge
Daniel Goldin: «Von Licht und Fremde»

Applaus. Daniel Goldin tritt mit seinem Ensemble vor. Über dem Ensemble hängt ein Ensemble von Motorhauben. Goldin schaut ungläubig. Er sieht uns plötzlich an – was seinen Tänzern neunzig Minuten lang nicht gelang. Goldin scheint sich zu fragen, ob ein Lächeln überhaupt angemessen sei. Es passt nicht in die Verrückung, die er wieder einmal geschehen ließ. Lauter...

Gestorben

Rosella Hightower, 88, hatte eine unglaublich moderne Einstellung zum Tanz und zum Leben. Die Tänzerin und Pädagogin wuchs im Stamm der Choctaw in Oklahoma auf und war stolz auf ihre indianische Herkunft. Sie studierte noch bei Michail Fokine in New York und wurde 1938 Mitglied des legendären Ballet Russe de Monte Carlo unter Léonide Massine. Ihre Karriere als...

Urs Dietrich: «Wohin»

Es liegt nicht nur am Plastikvorhang an der Rampe, wenn sich das Publikum im Bremer Schauspielhaus bei dieser Tanztheater-Premiere die Augen reiben muss. Nach Ensemblemitgliedern des Hauses sehen die Akteure nicht aus. Fettanzüge polstern Trainingsanzüge und Schlabberkleider aus. Tanz gerät mit dieser Bewegungsbremse schon im Ansatz zur Groteske. Ein paar Stühle...