Jörn-Felix Alt, Sebastian Weber «Die sieben Todsünden/100 Leidenschaften»
Im Prinzip hat Sebastian Weber hier wirklich richtig leichtes Spiel. Als zweiter Teil des Doppelabends «Die Sieben Todsünden / 100 Leidenschaften» an der Dresdner Staatsoperette kann der Leipziger mit seiner Stepp-Company die von Jörn-Felix Alt gründlich vergeigte Inszenierung der Brecht’schen «Todsünden» als wunderbares Sprungbrett nutzen. Denn in der Pause vor Webers «100 Leidenschaften» ist klar: Es kann nur besser werden. Und das wird es.
So blutleer und uninspiriert Brecht hier vorgeführt wird, so tatsächlich leidenschaftlich fällt Webers Choreografie aus.
Im Prinzip dreht er der bräsigen Art, in der heute teilweise immer noch für Operette choreografiert wird, mit seiner abstrakten Arbeit eine lange Nase. Das als Stepptanz-Performance zu verkaufen, untergräbt allerdings die Komplexität des künstlerischen Ansatzes: Weber liefert ein überzeugendes, sensibles Kaleidoskop tatsächlicher Emotionen, das in seiner Unmittelbarkeit und emotionalen Eindringlichkeit die ganze Sache um Brecht in den Schatten stellt. Die Bühne zeigt nach einem Entwurf von Alexandre Corazzola eine Art flaches, längliches Podest, das sich, je nach Positionierung auf der Drehbühne, ganz verschieden einsetzen ...
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Tanz Februar 2025
Rubrik: Kalender, Seite 38
von Rico Stehfest
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