Blanche Neige

Der Meister selbst über seine Liebe zur Choreografie im Interview mit Thomas Hahn

Tanz - Logo

Jean Paul Gaultier, Ihre aktuelle Kollektion ist also tatsächlich von der Arbeit zu «Blanche Neige» beeinflusst?                                                                                                     Mir geisterte ja ständig der Name Angelin Preljocaj durch den Kopf. Endet das nicht wie «cage» (Käfig)? Plötzlich war meine Winterkollektion voller Petticoats, die sich wie dekorative Panzer von außen auf die Kleider stülpen. So ändern sich Form und Volumen der Körper.

Ich habe an den Korsetts die Querstreben und an den Petticoats die Längsstreben ­reduziert. Doch die Idee des Käfigs bleibt bestehen.

Welches Bild hatten Sie von Angelin Preljocaj?                                                              Vor ein paar Jahren sah ich «Helikopter» in Avignon. Das war der Hammer! Die Sensibilität, die Gestik und die Sinnlichkeit, die von seinen Kreationen ausgehen, machen seine Kraft und Modernität aus. Auch «Eldorado» war großartig. Wenn die Tänzer die Rahmen durchschreiten, wie im Morphing, dann kommt das meiner Ästhetik sehr nah. An «Blanche Neige» mitzuarbeiten, war daher sehr aufregend für mich. Ich arbeite ausschließlich mit Menschen, die ich bewundere, ob Régine ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2009
Rubrik: Tanz vergeht, es werde Mode, Seite 16
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Pina Bausch ohne Geburtshaus

«Jemandem ein Denkmal zu setzen, der noch lebt, verstößt gegen den guten Geschmack!» Mit diesen Worten hat Pina Bausch einem Plan der Grünen die Unterstützung versagt. Die Partei wollte ungewöhnlich geschichtsbewusst eine ehemalige Gaststätte nebst Hotel im Solinger Stadtteil Central erhalten. Denn in diesem Haus in der Focher Straße 10-12 ist am 27. Juli 1940 jene...

Samuel Wuersten und die Tänzer-Wettbewerbe

Samuel Wuersten

man sieht Sie oft bei Wettbewerben – wissen Sie noch, in wie vielen Jurys Sie gesessen haben?                                                                                                                      Ich schätze fünfzehn oder zwanzig in ebenso vielen Jahren.

Sind Sie selbst angetreten?                                                      ...

Gundula Peuthert: «Stolpern, nicht stürzen»

Im östlichsten Zipfel der Republik geben sie Opern mit polnischen Übertiteln. Am Theater Görlitz, fünf Minuten von Polen und eine Fahrradtour von Tschechien entfernt, leitet Gundula Peuthert ihr kleines Tanzensemble: gerade einmal acht Tänzer, darunter ein Tscheche, zwei Polen und ein Brasilianer – überraschend deutsch­­sprachig diese Tanztruppe. Jetzt, in...