Hugo Viera «Fado = Schicksal»

Gera

Tanz - Logo

Das warme, herzliche Gefühl ist immer banal und unbrauchbar. Das sagt Thomas Manns Tonio Kröger über das künstlerische Schaffen. Er schließt: Einzig «die Gereiztheiten und kalten Ekstasen unseres verdorbenen, unseres artistischen Nervensystems» seien der rechte Ausgangspunkt für die Kunst. Hugo Viera hat sich daran versucht. Die Situation zwischen Mutter und Sohn sei etwas Besonderes, sagt er im Gespräch, den Vater erinnere er als böse.

Diese Konstellation stellt er in «Fado = Schicksal» auf die Geraer Bühne und begibt sich nebenher noch, so der Untertitel, «auf die Suche nach der portugiesischen Seele». Gewissermaßen doppelte Selbsttherapie: Viel hat der portugiesische Tänzer vormals in Braunschweig und Karlsruhe mit seinem ersten abendfüllenden Ballett gewollt; zumal ihm eine fulminante Tango-Studie ebenfalls fürs ThüringenBallett vorausging.

Annonciert hatte er eine Produktion über das Leben von Freddie Mercury, die nun verschoben ist. Lieber wolle er, sagt Viera, etwas Persönliches schaffen, etwas, das ihn betrifft. Dazu bedarf es inneren Abstands und, im Sinn von Thomas Mann, eines kühlen Kopfes. Dass dem jungen Choreografen lediglich dreieinhalb Probenwochen zur Verfügung ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2009
Rubrik: Der Kalender, Seite 39
von Volkmar Draeger

Vergriffen
Weitere Beiträge
Caroline Simon: «Stück»

Die W-Fragen: Was will ich und was ist wirklich? Caroline Simon hat bei großen Fragen eine besondere Bühnenpräsenz, etwas sehr Deutliches, Undurchsichtiges, Unflatterhaftes. Diese Gründlichkeit kennt dazu auch ein «Ach was», die leicht ironische Distanz. Die gebürtige Brüsselerin, Jahrgang 1977, bei P.A.R.T.S. und in Rotterdam ausgebildet, lebt seit 2001 in Köln....

Das Tänzermodel

Tae-eun Kim, Sie haben selbst getanzt, später in Rom Soprangesang und in Florenz Kunstfotografie bei Sabine Korth studiert, einer Meisterin der Fotomontage. Fashion-Fotografie lernten Sie bei Koreas Meister Seong-jin An. Und nun setzen Sie für die koreanische Ausgabe von Harper’s Bazaar Tänzer als Models ein. Warum?                       Ich fotografiere auch oft...

Ballerinen kleiden

Agnès Letestus Berufswahl fiel, als sie als kleines Mädchen Margot Fonteyn und Rudolf Nureyev in «Schwanensee» sah. Im Fernsehen. Sie wollte «auch so ein Tutu». Dann ging es schnell mit der Karriere: Nureyev selbst holte sie aus dem Corps de ballet, um Gamzatti in seiner «Bayadère» zu tanzen. Seit 1997 ist sie am Pariser Opernballett Danseuse Étoile. Ein...