Brief aus Ramallah

Arnd Wesemann über den Tanz hinter Mauern

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Im Juli tritt der Sinn der Mauer zwischen ­Israel und dem Westjordanland in Kraft. Bis ges­tern galt: Ein in Jerusalem ansässiger Palästinenser konnte nach Ramallah reisen, wenn er den richtigen Pass hatte. Ein in Ramallah lebender Palästinenser hatte keine Chance, mit dem falschen Pass je die nur 16 Kilometer entfernte Heilige Stadt zu sehen. Nun gilt gleiches Recht für alle. Palästinenser können sich nicht mehr bewegen. Palästina ist dreigeteilt: in Ostjerusalem, Gaza und Westjordanland. Mit der Mauer beginnt der große Landtausch.

Israelische Siedlungen gegen Häuser, die für Palästinenser so unerreichbar werden wie die Wasserversorgung. Zwar fallen die Straßensperren innerhalb des Westjordanlands, nicht aber die Grenzübergänge an der Mauer, etwa beim Flüchtlingslager Qalandya im Süden Ramallahs. Wer aus Jerusalem kommt, überquerte hier die Grenze. Bis gestern. Die Fahrer der Kleinbusse auf der anderen Seite riefen «Ramallah! Ramallah! Ramallah!». So nannte die britische Dokumentarfilmerin Sophie Fiennes ihren Beitrag zum 25-jährigen Bestehen der bekanntesten palästinensischen Tanzkompanie El-Funoun («die Kunst»): Amateure, die nach Feierabend im Popular Art Centre von ­Ramallah ...

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Tanz Juli 2005
Rubrik: Ein Brief, Seite 47
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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