In Wien
Martina Hochmuth und Georg Schöllhammer, Publizist und Herausgeber der Kunstzeitschrift springerin, stellten elf Panels zusammen, die sich systematisch je einem der zentralen Begriffe widmeten, die in der Praxis und der Reflexion der vergangenen Jahre wichtig waren. Theorie seit dem Boom des Performativen, Research, Collaboration, Zuschauer und Performativität wurden in Vorträgen diskutiert. Es kamen Kuratorinnen, Ausbilder und Politikwissenschaftler zu Wort, die die Veränderungen im Bereich Kunst und Kultur in ihrem jeweiligen Feld in den Blick nahmen. Ist es zehn Jahre nach «Nom donné par l’auteur» damit vorbei? Auch mich überfiel diese Frage, nachdem ich eine Einladung zur Teilnahme an der Tagung bekam.
Eine theoretische Aufarbeitung der vergangenen zehn Jahre scheint mir so unnötig wie ein Kropf. Warum? Weil sie bereits stattgefunden hat, in einem ständigen Geben und Nehmen zwischen künstlerischer Praxis und theoretisch-kritischer Reflexion. Theorie und Praxis waren nie voneinander getrennt, gehörten als gleichwertige Partner dem gleichen Diskurs, dem gleichen Feld von Aussagen an, ohne dass die Theorie der Kunst dabei als Vorschrift vorausgegangen wäre (weder Xavier Le Roy noch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Urbane Choreografie
Christo und Jeanne-Claude – virtual actors im Central Park, oder: der zeitweilige Tod des Flaneurs
Eine Lawine deskriptiver Beiträge hat sich via Weltpresse über das temporäre Christo-Jeanne-Claude-Jahrhundert-Projekt «The Gates» im Central Park ergossen. Der ehemalige Bewohner von Upper-East Side am Rand des Central Park versetzt sich für das...
Umgangssprachlich meint der brasilianische Ausdruck «Samba do crioulo doido» (Samba des verrückten Kreolen) Verwirrtheit. «Samba do crioulo doido» nennt sich nicht ganz zufällig auch die neue Arbeit des in São Paulo lebenden Tänzers und Choreografen Luiz de Abreu. Denn was er tanzt, stiftet Verwirrung. Er wirbelt und verwirbelt die Themen eines Landes voll sozialer...
«I’m not ballet», sagt Carolyn Carlson. Drum ändert sie auch den Namen des Ballet du Nord. Zwei Jahre, nachdem in Roubaix Maryse Delente von ihren Tänzern geschasst wurde, wissen die damals Streikenden nun endlich, was ihnen die Zukunft bringt: eine europäische Dance Fabric. Fabric = Fasern. Carlsons Wortspiel zielt auf einstige industrielle Größe. In der...
