Carolyn Carlson nach Roubaix
«I’m not ballet», sagt Carolyn Carlson. Drum ändert sie auch den Namen des Ballet du Nord. Zwei Jahre, nachdem in Roubaix Maryse Delente von ihren Tänzern geschasst wurde, wissen die damals Streikenden nun endlich, was ihnen die Zukunft bringt: eine europäische Dance Fabric. Fabric = Fasern. Carlsons Wortspiel zielt auf einstige industrielle Größe. In der historischen Seidenmanufaktur, La Condition des Soies, plant sie sieben (!) Tanzstudios, für Kreation und Training.
Das Programm der Ballettschule wird nun variiert, durch Ausdrucks- und zeitgenössischen Tanz und Carlsons eigene Technik. In ihren Pariser Studios in der Cartoucherie von Vincennes, gegenüber von Ariane Mnouchkines Théâtre du Soleil, wird Carlson weiter Master Classes anbieten. Bisher hatte sie kein Geld für eine Kompanie. In Roubaix findet sie nun endlich ein Budget, um jährlich eine Kreation vorzustellen. Die Kompanie wird zeitgenössisch, nicht neoklassisch. «Das habe ich von Anfang an klar gestellt.» Auch Events will sie programmieren. Allein, noch muss der Tanz in Roubaix, mit seinem Budget von 2,8 Mio. Euro pro Jahr, die Schulden der Vergangenheit abbauen.
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Hexen haben das letzte Wort, und auch am Anfang lassen sie von sich hören. Bevor sie überhaupt zu sehen sind, erfüllt ihr Gestöhn schon den Raum, von Klaus Hellenstein stimmig ausgestaltet. Und selbst wenn sich Macbeth und seine Lady die Hände «schmutzig» machen, sind Ilja van den Bosch, Anna Panjwani und Ayako Nomura präsent: drei Zombies mit blutroten...
In der deutschen Hauptstadt soll möglichst bald ein TanzRaumBerlin entstehen, der weder Tanzhaus noch Choreografisches Zentrum sein will, sondern ein «integratives Konzept»: eine «Schnittstelle für Kunst und Wissenschaft, Kreation und Reflexion». So steht es in einem Strukturpapier, das gemeinsam vom Dachverband Zeitgenössischer Tanz Berlin, Dock 11/Garbáty, Hebbel...
Nein, das ist es noch nicht. Die Tänzerin steht zu weit vorn. Ein paar Schritte weiter nach hinten, korrigiert der Choreograf Javier Latorre, derzeit der wohl bekannteste Flamencoregisseur. Und von dort dann nach vorn, mit Kraft in die Drehung, die sich in sanftem Schwung auflöst. Zurück, ein neuer Versuch, dann ist der Meister zufrieden. «¡Eso es!», «Das ist es!»,...
