Samba!
Umgangssprachlich meint der brasilianische Ausdruck «Samba do crioulo doido» (Samba des verrückten Kreolen) Verwirrtheit. «Samba do crioulo doido» nennt sich nicht ganz zufällig auch die neue Arbeit des in São Paulo lebenden Tänzers und Choreografen Luiz de Abreu. Denn was er tanzt, stiftet Verwirrung. Er wirbelt und verwirbelt die Themen eines Landes voll sozialer Ungleichheit und Herkunft. Am meisten beeindruckt, dass sein Körper diese Mischung, Mulattisierung, Melange perfekt imitiert.
Er konstruiert und organisiert die «Samba des verrückten Kreolen», die Redensart, so buchstäblich wie keiner in seinem eigenen Körper.
Nur zwanzig Minuten dauert das Stück, das mit Hilfe des Programms «Rumos Danca» des Kulturinstituts Itão unter Sônia Sobral realisiert wurde. Das reicht, um beim Publikum in jedem stets ausverkauften Theater ordentlich Verwirrung auszulösen: Nackt, lediglich mit einem Paar silberner Stiefel mit sehr hohen Absätzen ausstaffiert, ist Luis de Abreu zuerst nur als Silhouette eines sich zu einem langsamen Samba-Rhythmus bewegenden Körpers zu erkennen. Die heisere Stimme der Sängerin Elza Soares, erst kaum hörbar, zitiert die Liedstrophe: «Das billigste Fleisch auf dem ...
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Natürlich. Hinter jeder Sprache der Bewegung steckt ein kultureller Code. Diesmal entschlüsselt von den Sportwissenschaftlern Monika Fikus und Volker Schürmann. Trotzdem ist die Klammer des Buchs viel besser: der fulminante ethnologische Beitrag über das Verhältnis von Religion und Tanz von Bernhard Streck und die spannend geschriebene Analyse des antiken...
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Brasiliens neuer großer Tanzfilm heißt «As Cinzas de Deus»: Gottes Asche. Geschöpfe im Staub. Fünf Tänzer aus Fernanda Lippis gern site specific tanzender Kompanie Zikzira in einem still gelegten Bahnhof des Städtchens RibeirãoVermelho im Bundesstaat Minas Gerais. Immer wieder ein entzücktes Zucken; jede Geste des Tanzes mündet in ein ekstatisches Wippen. Gefangen...
