Samba!
Umgangssprachlich meint der brasilianische Ausdruck «Samba do crioulo doido» (Samba des verrückten Kreolen) Verwirrtheit. «Samba do crioulo doido» nennt sich nicht ganz zufällig auch die neue Arbeit des in São Paulo lebenden Tänzers und Choreografen Luiz de Abreu. Denn was er tanzt, stiftet Verwirrung. Er wirbelt und verwirbelt die Themen eines Landes voll sozialer Ungleichheit und Herkunft. Am meisten beeindruckt, dass sein Körper diese Mischung, Mulattisierung, Melange perfekt imitiert.
Er konstruiert und organisiert die «Samba des verrückten Kreolen», die Redensart, so buchstäblich wie keiner in seinem eigenen Körper.
Nur zwanzig Minuten dauert das Stück, das mit Hilfe des Programms «Rumos Danca» des Kulturinstituts Itão unter Sônia Sobral realisiert wurde. Das reicht, um beim Publikum in jedem stets ausverkauften Theater ordentlich Verwirrung auszulösen: Nackt, lediglich mit einem Paar silberner Stiefel mit sehr hohen Absätzen ausstaffiert, ist Luis de Abreu zuerst nur als Silhouette eines sich zu einem langsamen Samba-Rhythmus bewegenden Körpers zu erkennen. Die heisere Stimme der Sängerin Elza Soares, erst kaum hörbar, zitiert die Liedstrophe: «Das billigste Fleisch auf dem ...
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