In Transition

Je größer der Lebenstraum, desto schwerer der Abschied von der Bühne: Es kann dauern, bis man sich im Niemandsland zwischen Gestern und Morgen zurechtfindet.

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«Balletttänzer ist ein schwerer Beruf.» Als 17-jähriger Ballettstudent an der Münchner Heinz-Bosl-Stiftung hörte ich diesen Satz das erste Mal und hatte keine Vorstellung davon, was genau damit gemeint war. Dass die körperlichen Anforderungen durchaus beachtlich sein würden, war mir bewusst. Jedoch erschien mir die Zukunft, so ich den Schritt vom Studenten zum professionellen Balletttänzer meistern sollte, als glückliche und nie enden wollende Erfüllung meines Kindheitstraums.

Auf meine Nachfrage, was denn genau damit gemeint sei, antwortete mir die große Konstanze Vernon damals, dass der Tänzerberuf eine sehr intensive und beglückende, aber auch eine sehr kurze Laufbahn sein würde. Mit spätestens Ende 30 ist es vorbei, und es wird sehr schwierig sein, einen zweiten Beruf zu finden, der ähnlich viel Hingabe erfordert – so formulierte es Konstanze Vernon. Doch aus meiner damaligen Sicht waren die vor mir liegenden 20 Jahre ein ganzes Leben, und ich fand es abwegig, diese Zeitspanne als kurz zu bezeichnen. Ich wollte tanzen, und ich habe getanzt – mit Leidenschaft. Dann fiel irgendwann der letzte Vorhang, und ich musste unweigerlich an Konstanze Vernon und ihre Einschätzung denken.

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Tanz Februar 2019
Rubrik: Hinter den Kulissen, Seite 62
von Michael Banzhaf

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