Erste Hilfe

Knatsch unter Kollegen kostet Zeit, Geld, Nerven und bringt die Kunst nicht voran. Die Theaterwissenschaftlerin und Organisationsberaterin Christina Barandun hilft nicht nur beim Aufweichen verhärteter Fronten

Frau Barandun, Sie haben einen sehr überzeugenden Leitfaden zur «Ersten Hilfe für die Künstlerseele» verfasst. Was macht Künstlerseelen therapiebedürftig?
Weniger therapie- als unterstützungsbedürftig. Bühnenkünstler versuchen, im Spannungsfeld zwischen Rolle und Sein gesund zu bleiben. Sie müssen feinfühlige Künstler sein, die die eigene Persönlichkeit, den eigenen Körper als Arbeitsinstrument einbringen. Gleichzeitig finden sie aber an den Theatern oft zermürbende Arbeitsbedingungen vor.

Sie müssen mit einer hohen Fluktuation von Kollegen umgehen und sich täglich mit Kritik und Feedback auseinandersetzen.

Und nicht selten mit starren Strukturen und langen zeitlichen Planungsvorläufen. Ein – nicht ganz unrealistisches – Beispiel: Ein Bühnenbildner will für ein Tanzstück aus soliden Steinen eine Mauer bauen, die gleich zu Beginn des Stückes einstürzt. Die naheliegende Reaktion der Werkstätten: «Geht nicht». Es könnte zum Konflikt kommen. Was tun Sie?
Ich würde mir zunächst die Motive beider Seiten genau ansehen. Warum müssen es Steine sein? Wenn es um den Effekt geht, könnte man gemeinsam nach Alternativen suchen – Kreativität ist doch das Kerngeschäft des Theaters! Und umgekehrt: ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zur tanz-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2019
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Nicole Strecker