Imre und Marne van Opstal «Voodoo Waltz»
Die Textvorlage ist eine wilde Montage von Themen und Figuren, Zitaten und Verlinkungen, assoziierend und ruhelos. Die slowenische Autorin Janja Rakuš hat ihr Buch «Voodoo Waltz for Epileptics» geschrieben, gleich nachdem sie den Jakobsweg in Spanien für einen eigenen Wandlungsprozess gewandert ist.
Die Geschwister Imre und Marne van Opstal (tanz 1/18), früher beide Tänzer*innen beim Nederlands Dans Theater (NDT), treiben Rakuš’ rauschartiges Arrangement noch weiter: Sie choreografieren den «Voodoo Waltz» mit sechs Tänzer*innen und drei Schauspieler*innen des Bochumer Ensembles. Solch eine Kombination ist nicht neu, aber die Mischung hat es in sich. Denn die van Opstals arbeiten so präzise, so fein, dass es auch mal schmerzt. Der Sexarbeiter, der detailliert sein «Porno-Drama» erzählt, die zweifelnde Anwältin, der spirituell spekulierende Student: allesamt Ausgestoßene, weil sie Epileptiker sind. Sie stellen sich aus, sie posen – mit Worten und in ihren Körpern. Um sie herum und an ihnen dran bewegen sich die grandiosen Tänzer*innen, sanft, sinnlich, schwebend-schnell wie ein Gegenpol zur rauen Welt des Rotlichtviertels. Ein Anfall geschieht hier nur nebenbei. Dann stottern die ...
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Tanz März 2024
Rubrik: Backlights, Seite 50
von Sarah Heppekausen
CD
Brahms Ballet Class
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