Im Wartestand
Wie er da sitzt, in der Mediathek des Berliner Staatsballetts, möchte man kaum glauben, dass der Mann ein Problem hat. Marian Walter hat sich in einem Korbsessel niedergelassen, er wirkt frisch und aufgeweckt, ist gespannt, was auf ihn zukommt. Er ist ein bisschen schmaler im Gesicht als früher, das schon. Aber wie es um seine Gesundheit steht, wird niemand vermuten, der ihn im Ballettsaal beim Training beobachtet hat. Da ist er wie eh und je zu Scherzen aufgelegt, wirkt locker, wenn auch bei der einen oder anderen Routineübung etwas gebremst in der Bewegung.
Na gut, muss er halt gerade irgendeine Blessur auskurieren, denkt man sich zunächst. Bis sich bei einem Zufallsgespräch auf dem Korridor herausstellt: Marian Walter, 40 Jahre alt, Berliner Kammertänzer, bis 2019 Principal des Staatsballetts, seitdem wie Polina Semionova Principal Guest und auf jeden Fall ein Publikumsliebling erster Ordnung … Dieser höchst erfolgreiche Tänzer laboriert an Long Covid. Quält sich mit den Folgen einer Corona-Infektion herum, die er sich im November 2020 einfing. Und muss damit rechnen, dass er vielleicht nie wieder eine der Rollen tanzen kann, die er sich im Lauf seiner Karriere erobert hat: die ...
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Tanz 7 2022
Rubrik: Praxis, Seite 59
von Dorion Weickmann
Es hat keinen Zweck nachzuzählen oder nachzuerzählen: all die Hymnen und Bücher, die über Hans van Manens Choreografien geschrieben worden sind. All die Filme, die den ingeniösen Ballettschöpfer und seine Schöpfungen einzufangen versuchen – die großen wie die kleineren, die binnen Minuten den ganzen Kosmos zwischen Liebe und Leid, Mann und Frau aufreißen. Viel...
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BALANCHINE FOUNDATION
Das Erbe George Balanchines ist schon lange gut gesichert und für die Nachwelt aufbereitet – die Rechte an den Werken des Choreografen verwaltet der Balanchine Trust, für seinen Nachruhm und die Dokumentation seines Schaffens sorgt die Balanchine Foundation. Deren Website war schon vorher ein Quell allen Wissens über den wichtigsten...
Der Tanz inspirierte Mozart. Und Mozart inspirierte wiederum die Choreografen Luca Signoretti und Georg Reischl: In zwei tänzerischen Essays visualisieren sie im Theater Regensburg Mozarts Kompositionsstil und seine Rezeptionswirkung. Das Ergebnis ist mitreißend.
Zu Mozarts Streichquintett Nr. 3 in C-Dur verwandelt Signoretti die Tänzer*innen in Musiknoten. In...
