Glückskind

Europas neoklassische Linie, das niederländische Tanzwunder – undenkbar ohne ihn: Am 11. Juli wird Hans van Manen unglaubliche 90 Jahre alt. Wie er mit Werk-, Erb- und Friedhofsfragen umgeht, erzählt er Hartmut Regitz

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Es hat keinen Zweck nachzuzählen oder nachzuerzählen: all die Hymnen und Bücher, die über Hans van Manens Choreografien geschrieben worden sind. All die Filme, die den ingeniösen Ballettschöpfer und seine Schöpfungen einzufangen versuchen – die großen wie die kleineren, die binnen Minuten den ganzen Kosmos zwischen Liebe und Leid, Mann und Frau aufreißen. Viel lebendiger ist ein Gespräch über ein paar erste, ein paar letzte Dinge.

Und darüber, wie der Choreograf und sein Lebens- und Arbeitspartner Henk van Dijk, dessen Kamera viele Kreationen festgehalten hat, in die Zukunft schauen.

Du erweckst immer den Eindruck, als ob Dich nichts stressen könnte. Nicht einmal Dein 90. Geburtstag und all die Feierlichkeiten, die Dir zu Ehren veranstaltet wurden und werden. Ist das nicht eine Belastung? 
Eigentlich fühl ich mich wie immer. Auch früher hat mir mal was weh getan, der Rücken, die Beine, die Hüfte. Das ist heute nicht anders. Das Treppensteigen macht mir Mühe. Aber ins Taxi schaffe ich’s noch immer (lacht). Auch meine Stücke zu proben, fällt mir nicht schwer. Regie führen, das kann ich noch bis zu meinem Tod. Ich liebe das.

Regie?
Unter Regie verstehe ich die Detailarbeit. Wie eine ...

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Tanz 7 2022
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Hartmut Regitz

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Termine 7/22

Deutschland
Altenburg Theaterzelt
 Premiere «Erzählte Erinnerungen», Choreografien von Yuri Hamano und Fang Yi Liu mit den Eleven*innen des Thüringer Staatsballetts. 1., 2. Juli «Forever Lennon», Ballett von Silvana Schröder zu Musik von John Lennon und den Beatles. 9., 17. Juli; www.theater-altenburg-gera.de 

Berlin
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 «Star Dust – From Bach to Bowie»...