im kino: eine flexible frau
Es ist kein Tanzfilm, es ist der unaufhaltsame Fall der Greta M. Die arbeitslose Architektin in der Berliner Townhouse-Hölle aus wohl versorgten Hinzuverdienerinnen mit alarmgesicher-
ten Kinderwagenabstellplätzen wird nie wieder ihren Beruf ergreifen. Man braucht sie so wenig wie eine gelernte Ökonomin des Marxismus, die als Striptease-Tänzerin in Wien überlebt. Erste Einstellung. Weil Striptease auch kein Geschäft mehr ist, tanzen in Tatjana Turanskyjs Film vor allem die Männer.
Greta lernt derweil in einem Callcenter, dass das Leben aus Hülsen besteht, die man mit etwas «Authentizität» füllen muss.
Später, auf einer Wiese auf dem Berliner Teufelsberg, wird einem Freund vorgeworfen, er sei so «cavalli», so protzmodisch. Der springt wütend auf und tanzt wie weiland auf dem Monte Verità. Mit Greta üben sie in bester Improvisationsmanier das Fallen, sie müsse einfach mehr in die Knie gehen. Selten diente zeitgenössische Tanzkunst einem böseren Omen. Fast jedem weiteren Abstieg Gretas geht ein Tanz voraus, bei der Küchenparty und bei der Klassenlehrerin ihres Sohnes, der sich von ihr abwendet. Wie unbeobachtet tanzt die Lehrerin am Fenster. Jeder sucht den Tanz, alle wissen, dass ...
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