paris: mourad merzouki «boxe boxe»
«Der Boxer tanzt, er weiß es nur nicht», glaubt Mourad Merzouki. Er schwang früher selbst die unförmigen Handschuhe, als er in der Banlieue von Lyon so ziemlich alles ausprobierte, was man mit einem jugendlichen Körper anstellen kann. Bis er über den Zirkus beim Hip-Hop landete. Heute trägt er Halbglatze und leitet das Centre Chorégraphique National in Créteil. Die Rückkehr zu den Ursprüngen seiner Schlagfertigkeit zelebrierte er nun im Maison de la Danse von Lyon.
«Boxe Boxe» liest sich wie eine Aufforderung, aber auch als ein Verweis auf Frankreichs barocken Hang zu feiner Symmetrie. Franz Schubert, Giuseppe Verdi, Maurice Ravel und Felix Mendelssohn Bartholdy spielt das Streichquartett Quatuor Débussy, das auf der Bühne Platz nimmt und auch mal Philip Glass oder Henryk Górecki gibt. Merzoukis Stück wendet sich vor allem an ein junges Publikum, das gern gesehen hätte, wie sich die Stärke des Hip-Hop in den Gesichtern der Tänzer niederschlägt, sobald dort Fäuste oder Füße eintreffen. Stattdessen empfängt sie ein burlesker Stummfilm mit Anspielungen auf 1001 Nacht und den aufmüpfigen Guignol von Lyon, den volkstümlichen Vater des Kasperletheaters. Es reichen sechs Paar rote ...
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Für den Film fand...
