Up to date

Zwei Belgier am Broadway: Im Zeitalter der radikalen Klassiker-Umdeutungen unterziehen der Regisseur Ivo van Hove und die Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker die «West Side Story» einer Generalüberholung.

Tanz - Logo

Die «West Side Story» ist den Amerikanern heilig. Ihre Uraufführung im Jahr 1957 erschütterte den kuscheligen Wohlfühl-Kosmos des selbstgefälligen Musical-Betriebs am Broadway, legte den Finger in genau jene Wunde, die sich an den unbequemen Themen «Einwanderung» und «Rassenkonflikte» immer wieder neu entzündete im Land der unbegrenzten Möglichkeiten – eine Wunde, die bis heute schwärt und deren Schmerz wir noch immer so gerne verdrängen würden.

Jerome Robbins (Regie/Choreografie), Leonard Bernstein (Komposition) und die Textdichter Arthur Laurents und Stephen Sondheim schmiedeten ihr brisantes Material zu einer ebenso explosiven wie bezaubernden Tragödie, der am Broadway zunächst jedoch nur eine zweijährige Laufzeit beschieden war. Man bevorzugte seinerzeit noch die leichtere Kost des 1958 u. a. mit dem «Tony Award» für die beste Musical-Produktion des Jahres ausgezeichneten Kassenschlagers «The Music Man» mit Texten und Musik von Meredith Willson. Erst die Hollywood-Filmproduktion von Robert Wise und Jerome Robbins (1961) mit Natalie Wood in der Rolle der Maria verhalf der «West Side Story» zum fulminanten Durchbruch: Der mit zehn Oscars ungewöhnlich hochdekorierte Tanzfilm ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2020
Rubrik: Musical, Seite 8
von Wendy Perron

Weitere Beiträge
Sträflich vernachlässig: Kommissionsbericht Wiener Ballettakademie

Der Endbericht der Unabhängigen Sonderkommission Ballettakademie zum Skandal um die traditionsreiche Tanzausbildungsinstitution der Wiener Staatsoper (tanz 6/19) ist aufschlussreich, aber auch unzureichend. Präsentiert wurde das Papier Mitte Dezember von dem ehrenamtlichen Kommissions-Trio: der Wiener Strafrechts-Professorin Susanne Reindl-Krauskopf, der Sängerin...

Highlights 2/20

Den Haag: NDT 

Vom Nederlands Dans Theater kann man eigentlich nie genug sehen. Schon gar nicht während seiner -Jubiläumsspielzeit, in der beide Ensembles mehr oder weniger eine 60-jährige E rfolgsgeschichte bilanzieren. So präsentiert NDT 1 ab 6. Februar unter dem Titel «Sometimes, I Wonder» gleich drei Meis-terwerke seines langjährigen Direktors Jiří Kylián:...

Radebeul: Carlos Matos «Picasso»

Tanz den Kubismus! Carlos Matos, Ballettdirektor der Landesbühnen Sachsen, hat sich mit der Uraufführung seiner Choreografie «Picasso» genau das vorgenommen. In 16 Bildern erzählt er von Leben und Werk des spanischen Ausnahmekünstlers und zersplittert den 1881 in Málaga geborenen Maler in fünf Tänzer – für fünf Facetten der Persönlichkeit: Der stolze Spanier und...