Radebeul: Carlos Matos «Picasso»
Tanz den Kubismus! Carlos Matos, Ballettdirektor der Landesbühnen Sachsen, hat sich mit der Uraufführung seiner Choreografie «Picasso» genau das vorgenommen. In 16 Bildern erzählt er von Leben und Werk des spanischen Ausnahmekünstlers und zersplittert den 1881 in Málaga geborenen Maler in fünf Tänzer – für fünf Facetten der Persönlichkeit: Der stolze Spanier und der unnahbare Egoist sind dabei am klarsten gezeichnet. Beim Verführer umgeht Matos die Versuchung, Picassos Frauen-geschichten, immerhin die Hälfte der Szenen, nur als Pas de deux zu zeigen.
Er inszeniert andere Konstellationen des zwischen Kunst und Frau stehenden Maestro, wobei auch die Frauen untereinander schwer eifersüchteln. Das übersetzt Matos in sehr konkrete Bilder, wenn etwa Alena Krivileva als Olga Khoklova im Hintergrund nur mühsam von zwei Picassos in Schach gehalten werden kann, während im Vordergrund ein dritter Picasso und die junge Marie-Thérèse Walter (Anita Suzanne Gregory) sich aneinanderschmiegen und gegenseitig verführen.
Große Momente sind die tänzerischen Abstraktionen, wenn Matos mit seiner Kompanie Picassos Malerei in Bewegungen übersetzt. Dabei können die Tänzer auf Kerstin Laubes einfaches, ...
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Tanz Februar 2020
Rubrik: Kritik, Seite 47
von Torben Ibs
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