Sträflich vernachlässig: Kommissionsbericht Wiener Ballettakademie

Tanz - Logo

Der Endbericht der Unabhängigen Sonderkommission Ballettakademie zum Skandal um die traditionsreiche Tanzausbildungsinstitution der Wiener Staatsoper (tanz 6/19) ist aufschlussreich, aber auch unzureichend. Präsentiert wurde das Papier Mitte Dezember von dem ehrenamtlichen Kommissions-Trio: der Wiener Strafrechts-Professorin Susanne Reindl-Krauskopf, der Sängerin und Rektorin der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst, Ulrike Sych, sowie Martina Fasslabend, ehemals Leiterin einer österreichischen Kinderschutzorganisation.

Dem 34-seitigen Bericht lässt sich entnehmen, dass die einst gefeierte Staatsballett-Solistin Simona Noja-Nebyla (51) als geschäftsführende Direktorin der Akademie ihrer Aufgabe nicht gewachsen war. Kurz vor Weihnachten wurde sie denn auch von dieser Funktion abberufen – aber, wie es heißt, nicht entlassen.

Beanstandet werden unter anderem unklare Strukturen, was Verantwortung, Organisation und das veraltete Qualitätsmanagement betrifft. Noja hat da offenbar allzu viel improvisiert, und Staatsballett-Direktor Manuel Legris (55), zugleich künstlerischer Leiter der Akademie, hat sich zu wenig gekümmert. Wie sein designierter Nachfolger Martin Schläpfer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2020
Rubrik: Praxis, Seite 66
von Helmut Ploebst

Weitere Beiträge
Kopenhagen: Gregory Dean «Blixen»

Mit «Cinderella» gab Gregory Dean, seit 2013 Principal Dancer beim Königlich Dänischen Ballett, sein Choreografie-Debüt in Kopenhagen. Sensationell war das nicht, und insofern bleibt es erstaunlich, dass man ihn im Anschluss daran sogleich auf Leben und Werk der großen dänischen Schriftstellerin Karen Blixen angesetzt hat. Deren Bücher sind subtil, dramatisch,...

Nürnberg: Douglas Lee, Goyo Montero «Strawinsky»

Wenn dermaleinst Theaterhistoriker ein Schlagwort für die Ära von Goyo- Montero am Nürnberger Staatstheater- suchen sollten, dürfte relativ schnell «schwarze Periode» die Runde machen. Auch die beiden Ballette «Petruschka» und «Le Sacre du printemps», die zusammen den neuen «Strawinsky»-Doppelabend ergeben, fügen sich nahtlos in das nachtdunkle Konzept des...

Rundgetanzt

Niemand steht in einem Treppenhaus. Stehen muss man nur im Aufzug. Oder davor. Im Treppenhaus bewegt man sich, hinauf oder hinab. Es gibt enge, schmale, steile Treppenhäuser wie die zum Kirchturm rauf. Und es gibt weite, hohe, prächtige Treppenhäuser wie hier im Oberlandesgericht Köln oder ein paar Kilometer rheinaufwärts im Kunstmuseum Bonn. Große, generös gebaute...