Hervé Koubi «Sol invictus»
Dezember, Sonnenwende, Tag der Geburt der Sonne: Dies natalis solis invicti. Römischer Kult zu Ehren der Unbezwingbaren. Eingeführt im dritten Jahrhundert von Aurelius, später christianisiert als Natale: Weihnachten. Und auch der «Sonntag» geht auf diesen römischen Sonnenkult zurück. Aber nicht darum geht es Hervé Koubi, wenn er sein neues Stück «Sol Invictus» nennt – die Parallele ist ein andere, zu finden in der kulturell einigenden Rolle des römischen Festtags, der vor allem in der Armee begangen wurde.
Die Sonne als universeller Gegenstand der Verehrung sollte die verschiedenen Kulturen des weitläufigen Reichs überlagern. Für Koubi liegt darin auch eine persönliche Note. Denn der Choreograf aus Cannes huldigte in vielen seiner früheren Stücke den algerischen Wurzeln seiner Familie und schuf atmosphärische, harmonisch-sinnliche Fresken aus urbanen Tänzen. Dabei lernte er zunächst Ballett in Cannes an der Schule von Rosella Hightower und tanzte später in zeitgenössischen Kompanien.
Der Hip-Hop war für ihn eine Brücke zur arabischen Hemisphäre des Mittelmeers. Da passt es gut, dass der römische Sonnenkult orientalische Wurzeln hat. Mit seiner eigenen Hymne an die unbezwingbare ...
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Tanz November 2023
Rubrik: Kalender, Seite 39
von Thomas Hahn
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