Helena Waldmann / Alain Platel
Politisch und ästhetisch unabhängig, scheint die Kunst nur der Kunst zuliebe zu leuchten. Aber Künstler sollten ihr Recht wahrnehmen, ihre klaren Aussagen zu formulieren und ihre Arbeiten als ein Forum zu benutzen, um Alternativen zu denken, um ein Bewusstsein zu schaffen für das Andere, für andere Lebenskonzepte und Kulturen. Dass der Tanz dabei ohne viel Worte auskommt, hindert ihn nicht, so deutlich zu werden wie in den Arbeiten von Alain Platel und Helena Waldmann. Beide haben je eine eigene Ästhetik entwickelt, um so verständlich und klar zu sein.
Beide lassen den Zuschauer an einer Kunst teilnehmen, die in der Lage ist, die Sichtweisen auf die Wirklichkeit zu verändern. Weil es ihre Kunst ist, Wirklichkeit nachzuprüfen und zu erzeugen.
Bei Alain Platel ist es augenblicklich die Frage nach dem Verhältnis des Menschen zur Religion, vor allem in «vsprs» und in «pitié!», die deutlicher als alles andere unsere Ratlosigkeit zeigen. «Nichts ist politischer als die Religion», hat Platel gesagt. Er zeigt auf eine Wunde, die sich nur schließen lässt durch eine «Fusion» von geistiger Unabhängigkeit und der Toleranz eines anderen Denkens und Lebens, nur durch die Liebe zum Andersartigen, ...
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Eisiger Wind fegt über den Friedhof Montmartre. Warum nur lässt sich dieses Grab nicht mehr finden, es war doch irgendwo in der Nachbarschaft von Théophile Gautier, nicht weit von der Ruhestätte der Brüder Goncourt? Oder doch näher bei Heinrich Heine und Hector Berlioz? Komischerweise ist es auch vom Friedhofsplan verschwunden.
Da erscheint hinter der nächsten...
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Mikhail Baryshnikov ist immer noch die Nummer eins. Sein unendlicher Mut lässt ihn noch immer neue Risiken eingehen, als fantastischer Tänzer der er ist, egal ob er in dramatischen Stücken des Schweden Mats Ek zusammen mit der großartigen Ana Laguna auftritt oder in Soli arbeitet, die Alexei Ratmansky für ihn schuf, in denen er mit selbstironischer Geste sein...
