Noé Soulier
Covid-19 hat unser Verhältnis zum Körper gestört. Zu den Körpern anderer Menschen, indem es uns zwang, sämtliche Kontakte zu unterdrücken und einen Teil unseres Gesichts zu maskieren, aber auch zum eigenen Körper. Die Menschen, denen wir begegnen, nicht sehen und nicht berühren zu können, führt zur Auslöschung unseres eigenen Körpers. Dieser Prozess wird durch die vermehrten virtuellen Zusammenkünfte nur noch begünstigt.
Die Unmöglichkeit von Live-Performances hat die Art und Weise sichtbar gemacht, wie Tanz kraft seiner ureigensten Natur Widerstand leistet gegen die ständige Ausweitung der virtuellen Dimension unserer Welterfahrung. Dennoch haben die Einschränkungen zu einer Vervielfachung von Video-Projekten geführt, welche neue und extrem stimulierende Formen des Teilens und Betrachtens von Tanz erzeugen. Ich bin sehr neugierig darauf, die zahlreichen choreografischen Projekte zu entdecken, die – ob live oder digital – während der Zeit der Isolation entwickelt wurden und die das Zeichen jener eigentümlichen körperlichen, psychologischen und sozialen Situation tragen, die wir nach wie vor erleben.
Nach den abgesagten Tourneen der zurückliegenden Saison habe ich ein Video-Projekt ...
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 37
von
Ich bin vor Kurzem nach München gezogen und gewöhne mich seither an mein neues Leben hier, an neue Menschen, Chancen, und Erfahrungen – und das alles im Licht der derzeitigen Umstände. Jeden Tag verbeuge ich mich in Dankbarkeit vor dem hiesigen Opernhaus. Ich durfte hier wunderbare Momente erleben, ein völlig neues Stück mit Andrey Kaydanovskiy kreieren oder, ganz...
Da sage noch einer, in Frankreich hätten sie keinen Sinn mehr für Romantik. Dabei macht die von Charles Garnier erbaute, 1875 eröffnete Opéra, Hort von «Schwanensee», «Giselle» und «Phantom»-Fantasien, Furore im queeren Pop-Geschäft. Und das kam so: Erst gab es die Musik, aufgehängt am Liebesdrama Dante Alighieris mit seiner Beatrice, dann trat ein Filmregisseur...
Das ist doch mal eine schöne Geschichte. Eine mit Happy End, also zumindest scheinen die Akteure ganz zufrieden. Wie jede gute Geschichte ist sie ziemlich kompliziert. Viele Volten. Aber weil‘s so schön ist, hier schon mal das Ende vorweg: Die junge schwarze Tänzerin Jalaiah Harmon ist der Star im Clip «Video Game» von US-Musiker Sufjan Stevens. Ein bezauberndes...
